Flüchtlinge - Türkeis EU-Botschafter kritisiert Haltung Österreichs
Istanbul/Ankara (APA) - Der türkische Botschafter bei der EU, Selim Yenel, kritisiert in der Flüchtlingsfrage die Maßnahmen der österreichis...
Istanbul/Ankara (APA) - Der türkische Botschafter bei der EU, Selim Yenel, kritisiert in der Flüchtlingsfrage die Maßnahmen der österreichischen Regierung zur Schließung der Grenzen und der Balkanroute. „Mir sind die Probleme jedes Landes bewusst“, so Yenel, der früher Botschafter der Türkei in Österreich war, gegenüber der Tageszeitung „Die Presse“ (Mittwoch). „Aber das ist der falsche Weg, dieses Problem zu lösen.“
Die Türkei habe Millionen von Flüchtlingen akzeptiert, so der Diplomat: „Deshalb verwundert uns, dass die EU mit einer viel geringeren Zahl nicht zurechtkommt. Für mich ist diese Entscheidung auch nicht nachvollziehbar, weil sie gegen die Werte spricht, für die die EU steht.“
Die Frage, ob die Türkei garantieren könne, ein Abkommen mit der EU auf der Basis völkerrechtlicher Verträge und verankerter Menschenrechte umzusetzen, kommentierte Yenel folgendermaßen: „Wir haben nun fast drei Millionen Flüchtlinge im Land. Sie sind bei uns in Sicherheit. Deshalb verstehe ich das Argument nicht. Ich darf Sie daran erinnern, dass alle diese Menschen, die aus unserem Land Richtung EU wandern, mittlerweile Wirtschaftsmigranten sind, weil es ihnen nur um eine Verbesserung ihrer Lebenssituation geht. Es ist deshalb auch eine falsche Debatte, ob sie in der Türkei sicher sind oder nicht. Sie sind dort bereits in Sicherheit.“