Niedriger Ölpreis belastet Industriedienstleister Bilfinger

Mannheim (APA/Reuters/dpa) - Der gesunkene Ölpreis und die verhaltene Weltkonjunktur setzen den kriselnden deutschen Bau- und Industriediens...

Mannheim (APA/Reuters/dpa) - Der gesunkene Ölpreis und die verhaltene Weltkonjunktur setzen den kriselnden deutschen Bau- und Industriedienstleister Bilfinger weiter unter Druck. „Wir erzielen wesentliche Umsätze mit Kunden aus den derzeit schwierigen Branchen Energie sowie Öl und Gas, somit rechnen wir insgesamt mit einem rückläufigen Volumen in unserem Geschäft“, erklärte das Unternehmen im Geschäftsbericht zu 2015.

Die Kunden im Öl- und Gasgeschäft, für die Bilfinger Anlagen entwirft, baut und wartet, hielten sich mit Investitionen und Instandhaltungsaufträgen zurück. Der Wettbewerb werde deshalb noch aggressiver werden.

Die Leistung wird nach der Prognose von Bilfinger in diesem Jahr deutlich - und damit um mehr als fünf Prozent - sinken gegenüber dem vergleichbaren Vorjahreswert von 6,2 Mrd. Euro. Hierbei ist das inzwischen verkaufte Geschäftsfeld Water Technologies herausgerechnet. Das bereinigte operative Ergebnis (Ebita) (2015: 164 Mio. Euro) und der Nettogewinn (93 Mio. Euro) sollen hingegen leicht, also um bis zu fünf Prozent, steigen.

Einschließlich des kriselnden und zum Verkauf stehenden Kraftwerksgeschäfts hatte Bilfinger 2015 wegen hoher Abschreibungen den größten Verlust der Firmengeschichte von 489 Mio. Euro ausgewiesen. Die Dividende soll deshalb ausfallen. „Gründe hierfür sind das außergewöhnlich negative Konzernergebnis sowie der hohe Mittelabfluss für laufende und anstehende Restrukturierungsmaßnahmen“, hieß es dazu im Bericht.

Vorstandschef Per Utnegaard wollte ursprünglich schon im Februar mehr Details zur Strategie des Konzerns und neue mittelfristige Ziele nennen. Das verschob er nun auf Mai. Denn Anfang des Jahres gab Bilfinger bekannt, seine derzeitige Ertragsperle, das Bau- und Immobilienservicegeschäft zu verkaufen. Dies werde weiterhin ergebnisoffen geprüft, erklärte Utnegaard. „Wir stehen erst am Anfang eines großen Veränderungsprozesses, der uns noch einige Zeit beschäftigen wird.“

Utnegaard hatte nach seinem Amtsantritt Mitte 2015 den Konzern mit seinen knapp 60.000 Mitarbeitern umgekrempelt und das Kraftwerksgeschäft zum Verkauf gestellt.

~ ISIN DE0005909006 WEB http://www.bilfinger.com/ ~ APA071 2016-03-16/08:14