Fußball: Atletico nach Erfolg in „Schach-Partie“ weiter im CL-Rennen
Madrid (APA) - Atletico Madrid wird allmählich zum Viertelfinal-Stammgast in der Fußball-Champions-League. Die Spanier rangen am Dienstag PS...
Madrid (APA) - Atletico Madrid wird allmählich zum Viertelfinal-Stammgast in der Fußball-Champions-League. Die Spanier rangen am Dienstag PSV Eindhoven nach zwei torlosen Duellen im Elfmeterschießen mit 8:7 nieder und stehen zum dritten Mal in Folge in der Runde der letzten acht. Die beiden Teams sorgten für eine Premiere, erstmals gab es in der K.o.-Phase der „Königsklasse“ nach Hin- und Rückspiel kein Tor.
„Es war wie eine Partie Schach“, brachte es Atleticos Trainer Diego Simeone treffend auf den Punkt. Die Gastgeber hatten im Estadio Vicente Calderon die besseren Momente, konnten den starken PSV-Goalie Jeroen Zoet aber in der regulären Spielzeit und folgenden Verlängerung nicht bezwingen. PSV kam nur einmal einem Torerfolg richtig nahe, Atleticos Schlussmann Jan Oblak konnte einen Versuch von Jürgen Locadia an die Stange abwehren (58.).
„Die Mannschaft, die einen entscheidenden Fehler gemacht hätte, hätte verloren. Beide Teams haben aber keinen gemacht“, analysierte Simeone. Die Entscheidung musste daher vom Punkt fallen und auch da blieben gleich die ersten sieben Spieler makellos. Den Sack machte Juanfran zu, nachdem PSV-Offensivmann Luciano Narsingh den Ball an die Latte gejagt hatte. „Es ist sehr schwer, gegen sie zu spielen. Umso mehr freut es mich, dass wir das Viertelfinale erreicht haben“, jubelte Simeone.
Seine Elf behielt in der entscheidenden Phase trotz fehlendem Elfmetertraining die Nerven. „Wir trainieren keine Elfmeter, weil es keinen Sinn macht“, betonte der Argentinier. Die Auswahl der Spieler lag nicht in seinen Händen, sein Assistent German Burgos traf wie schon 2015 im ebenfalls erfolgreichen Elfmeterschießen gegen Bayer Leverkusen im Achtelfinale die Entscheidung. „Wir müssen ihm gratulieren“, so Simeone.
Der niederländische Meister verließ mit gemischten Gefühlen das Stadion. „Wir sind stolz darauf, wie wir in den beiden Partien gegen Atletico gespielt haben, vor allem im Rückspiel. Taktisch waren wir sehr gut, wir haben unheimlich gekämpft. Auf der anderen Seite ist man natürlich nach so einem Elfmeterschießen enttäuscht“, schilderte PSV-Coach Phillip Cocu seine Sicht. Elfmeter sind diese Saison nicht die große Stärke seiner Mannschaft, vor Dienstag hatte sie nur vier von zwölf Versuchen in allen Saisonbewerben verwertet.
Fehlschütze Narsingh war erst zwei Minuten vor Ende der Verlängerung für PSV-Toptorjäger Luuk de Jong eingetauscht worden. „De Jong hatte Krämpfe in beiden Beinen, also mussten wir ihn auswechseln“, rechtfertigte Cocu seine Entscheidung. „Ich habe nicht mehr laufen können, war fertig“, sagte De Jong. Für PSV hat nun die Liga-Titelverteidigung oberste Priorität, da hat der Leader nach 27 Spielen einen Punkt Vorsprung auf Ajax Amsterdam.