Teheran weist Menschenrechtsbericht als „parteilich“ zurück
Teheran (APA/AFP) - Der Iran hat den jüngsten UNO-Bericht über die Menschenrechtslage in der Islamischen Republik zurückgewiesen. Außenamtss...
Teheran (APA/AFP) - Der Iran hat den jüngsten UNO-Bericht über die Menschenrechtslage in der Islamischen Republik zurückgewiesen. Außenamtssprecher Houssein Jaber Anzari erklärte am Mittwoch, der Bericht des UN-Sonderberichterstatters für den Iran, Ahmad Shaheed, sei „parteilich, diskriminierend und politisch motiviert“, er stütze sich auf „nicht überprüfte Informationen“.
Der Iran fördere die Menschenrechte „in Übereinstimmung mit der Verfassung und religiösen Werten“. Dem UNO-Bericht zufolge wurden im Iran im vergangenen Jahr mindestens 966 Menschen hingerichtet. Damit seien dort so viele Todesurteile vollstreckt worden wie seit 20 Jahren nicht mehr. Seit 2005 seien 73 Minderjährige hingerichtet worden, 16 von ihnen in den beiden vergangenen Jahren. Mindestens 160 weitere Beschuldigte, die zur Tatzeit keine 18 Jahre alt waren, sitzen demnach in Todeszellen.
Shaheed verurteilte außerdem die Inhaftierung dutzender Pressevertreter im Iran. 47 Journalisten und Blogger saßen seinen Angaben zufolge im Jänner im Gefängnis.
Amnesty International hatte Teheran schon im Jänner eine „schändliche Missachtung von Kinderrechten“ vorgeworfen. Kein Land richte mehr Menschen hin, die zur Zeit der ihnen vorgeworfenen Tat minderjährig waren, hieß es in einem Bericht der Menschenrechtsorganisation.
Oft seien die jungen Menschen auf Grundlage von teils durch Folter erzwungenen Geständnissen verurteilt worden. Der Iran verstoße außerdem gegen internationales Recht, indem er Todesurteile für Mädchen ab neun Jahren und Buben ab 15 Jahren erlaube. Teheran selbst macht keine Angaben zur Zahl der im Iran vollstreckten Todesurteile.
~ WEB http://www.un.org/en/ ~ APA325 2016-03-16/12:53