Ermittlungsauftakt: Im „Tatort“ ist Franziska Weisz „eher Tomboy“
Hamburg/Wien (APA/dpa) - Wotan Wilke Möhring nennt sie eine „Alpha-Frau“: Julia Grosz heißt die neue Kommissarin im „Tatort“-Team von Thorst...
Hamburg/Wien (APA/dpa) - Wotan Wilke Möhring nennt sie eine „Alpha-Frau“: Julia Grosz heißt die neue Kommissarin im „Tatort“-Team von Thorsten Falke (Möhring). Gespielt wird sie von der Österreicherin Franziska Weisz (35). Über die Rolle in der Krimireihe habe sie sich wahnsinnig gefreut, zum „Ritterschlag“ fehle aber noch etwas. Ihren ersten Fall („Zorn Gottes“) bestreitet sie am Sonntag (20.15 Uhr auf ORF 2).
dpa: Wie tickt die Neue im Team von Kommissar Falke?
Franziska Weisz: Julia Grosz ist sehr tough. Ich kenne niemanden, der so ist wie sie. Sie ist nicht eitel und lässt sich absolut nicht für dumm verkaufen, ist geradeaus und unverstellt. Wieso sie so ist, wie sie drauf ist - dieses Geheimnis werden wir nach und nach lüften. Auf jeden Fall hat die Julia das nicht, was viele von uns haben, oft anerzogen: dieses Gefallenwollen. Das kennt sie nicht. Sie ist bei ihrem Vater alleine aufgewachsen, war immer eher Tomboy. Daran kann ich tatsächlich anknüpfen: Ich bin zwar bei meiner Mutter groß geworden, aber trotzdem mit lauter Jungs. Von Anfang an war mir das Fahrrad lieber als eine Puppe.
dpa: Und wie kommt Julia Grosz mit Falke klar?
Weisz: Diese beiden Charaktere haben schon das Potenzial, zu einem richtig starken Team zusammenzuwachsen. Die beiden begegnen einander auf einer sehr professionellen, gar nicht privaten, gar nicht knisternden Ebene. Um es zum Knistern zu bringen, müsste Grosz mal ihre Weiblichkeit entdecken. Tatsächlich ist sie nicht gerade verschwenderisch, was ihre weiblichen Reize anbelangt. Auch ihren trockenen Humor versteckt sie ganz gut. Man sieht es dem Film nicht an, aber Wotan und ich haben ganz schön viel gekichert am Set.
dpa: Empfinden Sie die Rolle im „Tatort“ auch - wie gern gesagt wird - als „Ritterschlag“?
Weisz: Der „Tatort“ war immer Teil unseres Familienlebens. Allein der unveränderte Vorspann seit mehr als 1.000 Fällen - welches Format hat das schon? Dass ich dann auch noch in Wotans „Tatort“ mitspielen sollte, war ausschlaggebend für mich, sofort zuzusagen. Bei Wotan weiß man einfach, das wird gut. Dass ich meinen neuen Job dann allerdings erst einmal ein paar Monate bis zur offiziellen Bekanntgabe geheimhalten musste, fiel mir verdammt schwer. Nur meiner Mutter und meinem Freund habe ich es anvertraut. Ich freue mich wahnsinnig über diese Rolle, ein Ritterschlag ist sie aber erst dann, wenn meine Familie den Film geguckt hat und sagt: „Super, das ist unser Lieblings-‘Tatort‘.“
(Das Gespräch führte Dorit Koch/dpa)