Prozess gegen Top-Banker der Deutschen Bank vor dem Abschluss

Frankfurt (APA/dpa) - Der Strafprozess gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sowie vier weitere Top-Banker wegen versuchten...

Frankfurt (APA/dpa) - Der Strafprozess gegen den Co-Chef der Deutschen Bank, Jürgen Fitschen, sowie vier weitere Top-Banker wegen versuchten Betrugs im Fall Kirch steht vor dem Abschluss. Nach der Osterpause sollen Staatsanwaltschaft und Verteidigung so schnell wie möglich mit ihren Plädoyers beginnen.

Der Vorsitzende Richter Peter Noll forderte die Beteiligten am Donnerstag vor dem Landgericht München auf, die Schlussvorträge vorsichtshalber bereits für den nächsten Verhandlungstag am 5. April vorzubereiten. „Mit einiger Konzentration können wir dann auf die Schlussgerade kommen.“

Damit ist nach fast elf Monaten ein Urteil in der zweiten Aprilhälfte realistisch. Als letzter Verhandlungstag ist derzeit der 25. April eingeplant. Wenig später endet auch Fitschens Amtszeit an der Spitze der Deutschen Bank: Nach der Hauptversammlung am 19. Mai soll John Cryan den DAX-Konzern alleine führen.

Fitschen, seine Vorgänger Josef Ackermann und Rolf Breuer sowie zwei weitere ehemalige Top-Banker der Deutschen Bank sind wegen versuchten Prozessbetrugs angeklagt. Sie sollen im Jahr 2011 nach einem gemeinsamen Tatplan Richter hinters Licht geführt haben, um die Deutsche Bank vor Schadenersatzzahlungen für die Pleite des Medienkonzerns Kirch zu bewahren. Die Angeklagten hatten die Vorwürfe von Anfang an zurückgewiesen.

Die Staatsanwaltschaft ist nach dem bisherigen Prozessverlauf weiterhin von ihrer Anklage überzeugt. In den vergangenen Monaten hatte sie zahlreiche Beweisanträge gestellt, um ihre Vorwürfe zu untermauern. „Wir kommen alleine mit den Anträgen nicht mehr mit einem Leitz-Ordner hin“, sagte Noll. Am nächsten Verhandlungstag will die Staatsanwaltschaft noch einen weiteren Antrag stellen, bevor möglicherweise am Nachmittag mit den Plädoyers begonnen werden kann. Die Verteidiger hatten der Anklagebehörde mehrfach vorgeworfen, sich verrannt zu haben und das Verfahren unnötig in die Länge zu ziehen.

~ ISIN DE0005140008 WEB https://www.deutsche-bank.de/index.htm ~ APA570 2016-03-17/17:31