Rotes Kreuz sieht Verschärfung der Notlage in Afghanistan

Genf (APA/dpa) - Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen haben in Afghanistan nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK)...

Genf (APA/dpa) - Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen haben in Afghanistan nach Angaben des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) die humanitäre Lage weiter verschärft. Vor allem Zivilisten seien Opfer der Gewalt, erklärte IKRK-Präsident Peter Maurer am Freitag nach einem fünftägigen Besuch Afghanistans.

„Alle Indikatoren zeigen, dass sich die humanitäre Lage in einer Abwärtsspirale befindet“, wird Maurer in einer in Genf veröffentlichten IKRK-Mitteilung zitiert. In Afghanistan haben die radikalislamischen Taliban in letzter Zeit ihre Angriffe wieder verstärkt und dabei auch Gesundheitsstützpunkte zerstört. „Die Sorge um die humanitäre Lage wächst, während zugleich die internationale Aufmerksamkeit dafür schwindet“, beklagte Maurer.

Allein im vergangenen Jahr hätten Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen und deren Personal um 50 Prozent zugenommen. Das seien Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht. Tausende Menschen könnten dadurch nicht mehr medizinisch notversorgt werden. Maurer verwies darauf, dass Afghanen die zweitgrößte Gruppe von Flüchtlingen bildeten, die in Europa ankommen. Grund dafür seien die anhaltende Gewalt und Unsicherheit in ihrer Heimat.