Ärger an der Grenze: Rückstau statt flüssiger Kontrolle
Wo bleibt die verbürgte Entlastung wegen der Grenzkontrollen in Bayern? Sie dürfte stecken geblieben sein. Gestern gab‘s Wartezeiten bis zu eineinhalb Stunden.
Kufstein, Kiefersfelden –Was sich derzeit in Kufstein/Kiefersfelden abspielt, könnte im April in noch größerer Dimension Realität am Brenner werden. Die Grenzkontrollen der deutschen Budenspolizei wegen der Flüchtlingskrise verbunden mit dem Urlauberrückreise- und dem Lkw-Verkehr brachten Samstag den Verkehr vor der bayerisch-tirolerischen Grenze zum Erliegen. Bis Wörgl-Ost reichte der Rückstau, bis zu eineinhalb Stunden mussten Autofahrer warten. Erst am Nachmittag entspannte sich die Verkehrssituation.
Doch war da nicht etwas vor zwei Wochen in München? Tirols LH Günther Platter (VP) und der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer vereinbarten eine gemeinsame, koordinierte Vorgangsweise in der Flüchtlingsfrage. Dazu zählen auch die Grenzkontrollen. Diese sind zwar Angelegenheit Berlins, doch Seehofer sagte zu, sich dafür einzusetzen, dass Rückstaus und Zeitverzögerungen vermieden werden. Deshalb sollten Nachbesserungen zur Entlastung der Wirtschaft und des Urlauberverkehrs umgesetzt werden. Allerdings verzögert sich das alles wieder.
Weil der Lkw-Transit eine Spur lahmlegt, würde es ohnehin drei Kontrollstreifen benötigen. Die baulichen Vorkehrungen für zwei Spuren seien bereits abgeschlossen, noch fehle aber die Telematik, hieß es gestern von der Bundespolizei in Rosenheim. Bis Mitte der Karwoche könnte jedoch permanent auf zwei Fahrstreifen kontrolliert werden, wird in Aussicht gestellt.
Am Flaschenhals Brenner sind ab April Grenzkontrollen geplant. Im Vergleich zu Kufstein/Kiefersfelden ist die Topographie noch schwieriger, das Grenzmanagement ist jedenfalls gefordert. Um Chaos zu verhindern, soll es bereits vorgelagerte Kontrollen geben. Doch auch ohne Grenzsicherung sorgen Staus in der Urlaubszeit bereits für enorme Verzögerungen – vor allem an den Wochenenden. Die Planungsphase dürfte nach Ostern abgeschlossen sein. Eines der größten Probleme ist wie im Unterland der Lkw-Transit. Die Kontrollen führen zu Lkw-Schlangen. Im Vergleich dazu ist die Situation im Raum Kufstein ein Klacks. (pn)