Was die EU-Visaerleichterungen für Türken bedeuten

Ankara/Brüssel (APA/dpa) - Die EU hat bei der Einigung zur Lösung der Flüchtlingskrise mit der Türkei Visaerleichterungen vereinbart. Bis En...

Ankara/Brüssel (APA/dpa) - Die EU hat bei der Einigung zur Lösung der Flüchtlingskrise mit der Türkei Visaerleichterungen vereinbart. Bis Ende Juni soll der Visazwang für türkische Staatsbürger aufgehoben werden. Dafür muss Ankara 72 Vorgaben erfüllen. Die türkische Regierung soll sicherstellen, dass dies schnell geschieht.

Türken müssen bisher in einem aufwendigen Verfahren Visa beantragen. Voraussetzung für die visafreie Einreise ist immer, dass Besucher in einem Zeitraum von 180 Tagen maximal 90 Tage bleiben und über einen modernen Pass mit biometrischen Angaben verfügen. Das würde auch für türkische Staatsbürger gelten.

Befürchtungen, Türken könnten massenhaft legal in die EU kommen, sich dort niederlassen, auf den Arbeitsmarkt drängen oder die Sozialsysteme belasten, sind also unbegründet. Befürworter der Visafreiheit führen auch wirtschaftliche Argumente ins Feld: Türkische Geschäftsleute können bisher nicht frei einreisen.

Kritiker warnen dagegen, dass auch Terroristen mit türkischer Staatsangehörigkeit problemlos in die EU reisen könnten. Der Kurdenkonflikt könnte zudem zu einer Flüchtlingsbewegung türkischer Kurden in die EU führen.

Bürger aus rund 50 Staaten brauchen derzeit kein Visum, wenn sie in die Europäische Union und den Schengen-Raum reisen, etwa aus den USA, Australien, Japan oder Argentinien.