Formel 1: Rosberg rechnet mit Hamilton-Konter und Ferrari-Attacke

Sakhir (APA/dpa) - Formel-1-WM-Spitzenreiter Nico Rosberg stellt sich bereits auf den Angriff seines Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton ei...

Sakhir (APA/dpa) - Formel-1-WM-Spitzenreiter Nico Rosberg stellt sich bereits auf den Angriff seines Mercedes-Teamkollegen Lewis Hamilton ein. „Lewis wird zurückkommen. Das ist sicher“, betonte der 30-jährige Doppel-Vizeweltmeister nach seinem Sieg am Sonntag im Grand Prix von Bahrain. „Er war so stark in den vergangenen beiden Jahren.“

Nach zwei von 21 Rennen aber führt Rosberg mit der Maximalausbeute von 50 Punkten. Hamilton, der seinen deutschen Stallrivalen 2014 und 2015 auf den zweiten Platz in der WM-Endabrechnung verwiesen hatte, folgt mit 17 Zählern Rückstand auf Platz zwei. Der dreifache Weltmeister hatte in Australien den zweiten Platz geholt und sich in Bahrain nach einem verpatzten Start mit Rang drei zufriedengeben müssen.

Neben Hamilton rechnet Rosberg im Titelkampf aber auch mit der Scuderia Ferrari, die in der Wüste von Sakhir schon vor dem Start wegen eines Defekts den Ausfall von Vierfach-Weltmeister Sebastian Vettel zu beklagen hatte. „Sie haben noch nicht gezeigt, zu was sie in der Lage sind, das ist klar. Wir haben den echten Ferrari noch nicht gesehen, wir müssen vorsichtig sein“, mahnte Rosberg.

In knapp zwei Wochen findet in Shanghai das nächste Rennen statt. Dort feierte Rosberg, der saisonübergreifend nun schon fünf Rennen en suite gewonnen hat, 2012 seinen ersten von bisher 16 Formel-1-Siegen. „Unser Auto läuft normalerweise besonders gut in China“, meinte der Sohn des finnischen Ex-Weltmeisters Keke Rosberg.

Sein Teamkollege Hamilton verspielte zum bereits zweiten Mal in diesem Jahr seine Pole Position. Das war ihm bisher in seinen WM-Jahren im Mercedes nie passiert. „Darüber mache ich mir keinen Kopf“, beteuerte der Engländer, für den der Titel-Fight vor allem „ein Psychospiel“ ist. Und mit dem Alter (31) und der Erfahrung (drei WM-Titel und 43 Rennsiege) sei er „psychologisch so gefestigt wie noch nie“. Zum Beweis zitierte der Brite die Sport-Historie: Muhammad Ali und dessen legendären Boxkampf „Rumble in the Jungle“ gegen George Foreman. Alle hätten gedacht, Foreman gewinnt, aber das habe er nicht.

Ferrari-Star Vettel trat die Rückreise aus dem Königreich Bahrain mit viel Frust und Enttäuschung an, nachdem der 28-jährige Deutsche seinen Boliden schon am Ende der Einführungsrunde mit rauchendem Motor abstellen hatte müssen und dadurch mit nur 15 Punkten auf den sechsten WM-Rang zurückfiel. „Das ist nicht ideal und stolz können wir darauf nicht sein“, räumte der vierfache Weltmeister ein. Seine WM-Mission bekam im zweiten Rennen seines zweiten Ferrari-Jahres bereits einen empfindlichen Rückschlag.

Womöglich hat Vettel ein Einspritzdüsenteil gebremst. Dieses soll in den Zylinder gefallen sein. „Wir müssen das Problem genau verstehen und davon lernen“, betonte Vettel, ehe er Sonntagnacht den Flieger Richtung Heimat bestieg.

Der Motor sei zu 90 Prozent hin, musste sein Teamchef Maurizio Arrivabene zerknirscht feststellen. Angesichts limitierter Triebwerke im Kampf gegen die „Silberpfeile“ von Rosberg und Hamilton ist dieser Umstand wahrlich nicht vorteilhaft. Außerdem war es schon die zweite Motorpanne des Traditionsteams aus Maranello in diesem Jahr. Der Finne Räikkönen war in Australien mit einem Defekt am Turbolader ausgeschieden.

Ferrari treibt seine Power Unit im Kampf gegen Mercedes an die Grenzen. Platz zwei des Finnen Kimi Räikkönen in Bahrain zeigt aber, dass im Rennen damit auch einiges möglich ist. Und das neue US-Team Haas hat bisher eindrucksvoll bewiesen, dass selbst die Kundenmotoren von Ferrari extrem stark sind. Nach Platz sechs in Australien fuhr der Franzose Romain Grosjean diesmal sogar auf Rang fünf, den der Rennstall-Neuling nun auch in der Konstrukteurswertung einnimmt. „Ich bin beeindruckt“, konstatierte Arrivabene zur bisherigen Vorstellung des Haas-Teams.


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