Österreichische Forscher suchen Wege zur Bewältigung des Klimawandels

Graz (APA) - Graz ist vom 6. bis 8. April Zentrum der österreichischen Klimaforschung. Am „Österreichischen Klimatag“ werden rund 100 Expert...

Graz (APA) - Graz ist vom 6. bis 8. April Zentrum der österreichischen Klimaforschung. Am „Österreichischen Klimatag“ werden rund 100 Experten auf Einladung des „Climate Centre Austria“ (CCCA) an der Universität Graz berichten, welche Auswirkungen der globalen Erwärmung zu beobachten und zu erwarten sind, und wie man potenzielle Gefahren minimieren könnte.

In Graz widmen sich mehrere Forschergruppen dem brennenden Thema Klimawandel, schilderte Stefan Ropac im Vorfeld der Tagung gegenüber der APA. Forscher aus Bereichen wie Geo- und Klimaphysik, Meteorologie, Volkswirtschaftslehre, Geografie und Regionalforschung bis hin zur Philosophie beobachten, analysieren, modellieren und versuchen das Ausmaß des Klima- und Umweltwandels abzuschätzen. Die Forscher des u. a. Wegener Center an der Uni Graz, der TU Graz und dem Joanneum Research analysieren aber auch die Rolle des Menschen als Mitverursacher, -betroffener und -gestalter dieses Wandels. Das Grazer CCCA ist die Wissensdrehscheibe des österreichischen Netzwerkes für Klimaforschung und Anlaufstelle für alle Fragen rund um das Thema Klimawandel und dessen Folgen, wie Ropac schilderte.

Ein Team vom Institut für Geografie und Raumforschung untersucht beispielsweise Zukunftsstrategien für typische steirische Gebirgstäler. „Die Alpen sind stärker vom Klimawandel betroffen als andere Regionen - und dadurch ist das Siedlungsgebiet immer wieder bedroht“, sagte Institutsleiter Oliver Sass im Gespräch mit der APA. In den Sommern sei dort in Zukunft mit noch häufigeren Regengüssen zu rechnen, wie Klimaszenarien prognostizieren. Eine Folge könnten häufigere Hochwasser und Vermurungen sein.

„Aufgrund von steilem Relief, hoher Bevölkerungsdichte und der ökonomischen Bedeutung von Sommer- und Wintertourismus ist die Bevölkerung des Alpenraums besonders verwundbar gegenüber Naturgefahren. Dieses Problem könnte sich im Zuge des Klimawandels in der Zukunft verschärfen“, schilderte Sass die anstehenden Herausforderungen.

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Im Rahmen des Projektes „Economic and Ethical Consequences of Natural Hazards in Alpine Valleys) plant ein speziell zusammengesetztes Forscherteam unter Sass‘ Leitung 2018 umfangreiches: Die aktuelle und zukünftige Naturgefahrensituation soll aus geografischer, volkswirtschaftlicher und auch philosophischer Perspektive beleuchtet werden. Weiters versucht man daraus Strategien für die Zukunft der Täler abzuleiten.

„Wir beschäftigen uns mit den ökonomischen Auswirkungen, den Einfluss des Klimawandels auf lokale Mensch-Umwelt-Beziehungen und mit ethischen Fragen von Eigen- und gesellschaftlicher Verantwortung“, berichtete der Grazer Professor für Geografie. Anhand von Beispielregionen will er mit seinen Kollegen erheben und diskutieren, ob die Naturgefahren und damit verbundene Schäden tatsächlich zunehmen und worauf das zurückzuführen wäre. Untersucht werde auch, „welche Wahrnehmung und welches lokale Wissen die betroffenen Einwohner über Naturgefahren haben und wie Risiko und Risikovorsorge kommuniziert werden“.

Das interdisziplinäres Team analysiert, wie die Dörfer in den steirischen Tälern geschützt werden könnten, wer die Verantwortung zu tragen hat und die Kosten übernehmen muss. „Dies geht hin bis zur Frage, ob punktuelle Absiedelung aus ökonomischen Gründen die sinnvollste Option wäre, und welche immateriellen und materiellen Gesichtspunkte in diesem Fall bedacht werden müssen“, schloss Sass.

(S E R V I C E - Auf der Konferenz „Österreichischer Klimatag 2016“ werden an die 100 österreichische Klimaforschungsprojekte präsentiert. Universität Graz, ReSoWi Fakultät Graz, Universitätsstraße 15, 8010 Graz. Am 6. April findet der CCCA-Vernetzungstag statt. Infos und Registrierung unter http://go.apa.at/lSCGj3ay)


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