Frankfurter Börse

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Enttäuschende Konjunkturdaten und die weltweit schlechte Börsenstimmung haben den DAX am Dienstag wieder a...

Frankfurt am Main (APA/dpa-AFX) - Enttäuschende Konjunkturdaten und die weltweit schlechte Börsenstimmung haben den DAX am Dienstag wieder auf Talfahrt geschickt. Nach dem Kursrutsch am Freitag war der deutsche Leitindex moderat erholt in die neue Woche gestartet. „Mit Beginn des zweiten Quartals und kurz vor der Berichtssaison bekommen die Anleger erneut kalte Füße“, kommentierte Händler Thorsten Engelmann von der Equinet Bank die aktuellen Verluste.

Zum Börsenschluss büßte der DAX 2,63 Prozent auf 9.563,36 Punkte ein. Der MDAX der mittelgroßen Werte verlor 1,89 Prozent auf 19.882,99 Punkte und der Technologiewerte-Index TecDAX sank um 1,58 Prozent auf 1.615,62 Punkte.

Der Eurozonen-Leitindex Euro-Stoxx-50 schloss 2,43 Prozent tiefer bei 2.890,35 Punkten. In Paris und London ging es ebenfalls sichtbar nach unten. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial verlor zum europäischen Handelsende knapp ein halbes Prozent.

In Deutschland enttäuschten überraschend schwache Auftragseingangsdaten für die Industrie im Februar, während sich im März in der Eurozone die Stimmung im Dienstleistungssektor unerwartet eingetrübt hatte.

Zudem belastete der Gegenwind aus Übersee. Der japanische Nikkei-225-Index war wegen des starken Yen-Anstiegs, der die Exporte des Landes belastet, wieder unter die Marke von 16.000 Punkten gerutscht. Am Nachmittag kam die schwächelnde Wall Street als weiterer Belastungsfaktor hinzu. Die deutlicher als erwartete Stimmungsaufhellung im US-Dienstleistungssektor half den Aktienkursen weder dies- noch jenseits des Atlantik.

Kursbewegende deutsche Unternehmensnachrichten waren am Dienstag dünn gesät. Im DAX sackten die Aktien des Industrie- und Stahlkonzerns Thyssenkrupp um 4,65 Prozent ab. Die Komplettübernahme des brasilianischen Problem-Stahlwerks CSA, über die schon am Vortag spekuliert worden war, kam nicht gut an. Die Anleger nutzten die jüngsten Kursgewinne im Zuge der Konsolidierungsfantasie in der europäischen Stahlbranche dazu, Kasse zu machen.

Ebenfalls deutliche Verluste erlitten die konjunktursensiblen Autotitel Volkswagen (VW), BMW und Daimler. Für den Zulieferer Continental ging es um 4,97 Prozent bergab. Lediglich die Papiere des Konsumgüterherstellers Henkel und des Immobilienunternehmens Vonovia behaupteten als sogenannte defensive Aktien in etwa ihr Vortagsniveau.

In den Blick rückten nach einer Platzierung zudem die Papiere des Auto- und Industriezulieferers Schaeffler: Sie büßten als Schlusslicht im Kleinwerte-Index SDAX 7,12 Prozent auf 12,92 Euro ein. Die Anteilseigner zeigten sich vergrätzt über den niedrigen Platzierungspreis von 13,10 Euro, zu dem Schaeffler 94,4 Millionen Vorzugsaktien an institutionelle Investoren verkauft hatte, um Schulden abzubauen.

~ ISIN DE0008469008 ~ APA555 2016-04-05/18:44


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