Drei Monate bedingte Haft nach tödlichem Absturz

Eine 53-jährige Flugschülerin rutschte aus dem Gurtzeug ihres Gleitschirms und stürzte 150 Meter in die Tiefe. Die einstige Fluglehrerassistentin stand nun vor Gericht.

Symbolbild.
© Manuel Fasser

Innsbruck — Tödlich endete letzten August in Niederau ein Paragleiterflug für eine 53-jährige Deutsche. Die Flugschülerin wollte kurz vor Mittag am Markbachjoch ihren fünften und letzten Startversuch vor der Ablegung der Flugprüfung absolvieren. Dabei beobachteten Zeugen laut Polizei, dass die Frau erst lange an ihren Bremsleinen zog und sich nicht in das Gurtzeug setzte. Nach etwa fünf Minuten Flug rutschte die 53-Jährige dann aus ihrem Gurtzeug und stürzte rund 150 Meter ab. Die Besatzung des Notarzthubschraubers konnte die Frau nur noch tot bergen.

Wegen des Todessturzes musste sich am Mittwoch am Landesgericht die einstige Fluglehrerassistentin wegen grob fahrlässiger Tötung verantworten. Laut Staatsanwaltschaft Innsbruck hatte die 22-Jährige der Schülerin zwei Tage vor dem Unfall das Paragleitgurtzeug ohne die nach dem Stand der Technik erforderliche Herausfallsicherung übergeben und damit in ungewöhnlicher und auffallender Außerachtlassung der gebotenen Sorgfalt gehandelt. Zudem sei auch noch der übliche Fünf-Punkte-Sicherheits-Check unterlassen worden. Alpinrichter Norbert Hofer führte den Prozess.

Nach einem umfangreich durchgeführten Beweisverfahren kam Richter Hofer zum Schluss, dass der tragische Unfall nicht durch grob fahrlässiges Verhalten der Fluglehrerin herbeigeführt worden war. Sie hatte einzig übersehen, bei der schon relativ erfahrenen Flugschülerin noch einmal auf die Sicherungsgurte im Beinbereich zu achten, welche die Schülerin eigenmächtig nach einem Fehlstart gelöst hatte. Deshalb bewertete das Gericht das Mitverschulden an dem Unfall seitens des Opfers auch mit zwei Drittel.

Die dreimonatige Haftstrafe wurde zur Gänze bedingt nachgesehen, da Richter Hofer meinte, dass die Angeklagte aus diesem Unglück ohnehin mehr als genug gelernt habe. Die Verurteilte nahm das Urteil sofort an. Sie treffen nun jedoch weitere Zahlungen aus dem Unfall über mehrere Tausend Euro. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. (fell)

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