Statt Bäumen soll in Ebbs eine Halle wachsen

Die technische Prüfung für die dritte Traglufthalle für Flüchtlinge in Tirol ist im Gang. Die TSD haben den Forstgarten auf Landesgrund in Ebbs im Auge. Die Gemeinde will sich gegen eine Großunterkunft wehren.

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Von Wolfgang Otter

Ebbs –Die Anzeichen hatten sich bereits verdichtet, jetzt ist es offiziell: Ebbs-Eichelwang ist einer der möglichen Standorte im Bezirk Kufstein für eine Traglufthalle, in der über 200 Flüchtlinge untergebracht werden können. Die Tiroler Sozialen Dienst­e (TSD) haben ein Auge auf die von Hecken abgeschirmte Fläche neben der Wildbichler Straße geworfen, auf der derzeit Pflanzen aufgezogen werden. Der Geschäftsführer der Tiroler Sozialen Dienste (TSD), Harald Bachmeie­r, erklärt, dass es umfangreiche Prüfungen für diesen Standort gebe. Derzeit sei eine Fachfirma damit beauftragt, ein Gutachten über die technische Machbarkeit zu erstellen. Für die TSD hat der Standort einen entscheidenden Vorteil: Das Grundstück sei laut Bachmeier nämlich im Besitz des Landes Tirol.

Die Fläche liegt rund vier Kilometer vom Dorf und etwa 200 Meter von der Blumenwelt Hödnerhof und rund 300 Meter vom Gasthaus Schanz entfernt. Angrenzende Gebäude gibt es somit keine.

Trotz der etwas abgelegenen Lage hat man in der Ebbser Gemeindestube keine Freude mit dem Plan des Lande­s, wie der Ebbser Bürgermeister Sepp Ritzer erklärt. Dabei geht es aber generell um die Unterbringung in Traglufthallen. „Ich finde sie eine schlechte Lösung, ganz gleich wo sie stehen“, sagt Ritzer. Für ihn wäre es besser, Asylwerber in kleineren Quartieren unterzubringen. „Und ich habe auch angeboten, dass wir da nach Möglichkeiten mithelfen“, erklärt Ritzer.

Gestern haben sich auch die Ebbser Gemeinderäte damit beschäftigt und Ritzer in seiner Meinung bestärkt. „Wir finden diese Großunterkunft nicht gut – weder für die Unterer Schranne noch für die Flüchtlinge“, berichtet Ritzer über das Ergebnis der Besprechung.

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Daher werde sich die Gemeinde ihren Möglichkeiten entsprechend gegen diese Halle wehren. Der Information auf politischer Ebene will Ritzer, sobald die Entscheidung des Landes wahrscheinlicher wird, eine Bürgerinformation folgen lassen. Man rechnet bei der TSD aber noch mit zwei bis drei Wochen, bis das Ergebnis der Untersuchung vorliegt.

Auf alle Fälle müsste eine Kanalisierung hergestellt werden, außerdem wäre eine Abbiegespur auf der Wildbichler Straße notwendig. Für Ritzer ergibt sich aus der Straßennähe auch ein Sicherheitsproblem.

Gleichzeitig versuchen die Ebbser, fernab vom Florianiprinzip, noch private Unterkünfte aufzutreiben und als eine Alternative „eher einer Unterbringung in Holzbauweise für 50 bis 60 Flüchtlinge an einem passenden Platz zuzustimmen“.

Noch ein zweites Grundstück im Bezirk ist für eine Traglufthalle im Gespräch. Wie berichtet, gibt es ein Angebot einer privaten Fläche im Gewerbegebiet von Radfeld. Hier sei man aber erst in Verhandlungen mit dem Grundbesitzer, wie TSD-Chef Harald Bachmeier erklärt.


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