Vier Impulspakete geschnürt, Rechnung geht an die EU

Eine Landecker Software-Entwicklung kommt ebenso in den Genuss von Mitteln aus dem Leader-Programm der EU wie die Belebung einer Alm.

Die „alte Thaja“ bei Pettneu, auch Nessler Alm genannt, soll Einblicke in die frühere Almwirtschaft bieten.
© Wenzel

Von Helmut Wenzel

Landeck, Pettneu, Nauders, Zams –Wer hätte das gedacht: Ein elfköpfiges Land­ecker Software-Unternehmen leistet wesentliche Beiträge zur Aufarbeitung des German-Wings-Absturzes vom 24. März 2015 in den französischen Alpen. „Die Fluggesellschaften sind damit mindestens zehn Jahre beschäftigt“, weiß das Team von „General Solutions“ um Walter Steiner. „Da geht es um die Dokumentation und Leistungsabwicklung für die Angehörigen der Opfer. Aber auch eine Trauerfeier in Marseille muss zum Beispiel für Teilnehmer aus Venezuela organisiert werden.“ Noch in der Nacht nach dem Unglück konnte das Team diverse Passagierdaten für die Pressekonferenz von Kanzlerin Angela Merkel am nächsten Tag aufbereiten, schilderte Steiner nicht ohne Stolz. Möglich war das mit Hilfe der in Landeck entwickelten Software „Case2“.

Vom Auftraggeber Lufthansa kamen positive Rückmeldungen, die auch den Anstoß zur Weiterentwicklung gaben. Das Team Steiner arbeitet bereits an der Krisensoftware „Case3“, die von Callcentern weltweit bedient werden kann. Bis zu 2000 Personen haben gleichzeitig Zugriff.

„Leader-Treffen“ im Innovationszentrum: Walter Steiner, Florian Falkner, Simone Reimair, Silvina Praxmarer und Martin Schranz (v. l.).
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„Case3“ ist eines der vier aktuellen Projekte im Bezirk Landeck, die mit insgesamt 246.000 Euro aus Leader-Mitteln unterstützt werden – in Höhe von rund 50 Prozent der Gesamtkosten. 80 Prozent der Fördergelder kommen aus Brüssel, 20 Prozent sind nationale Mittel, wie Leader-Beauftragte Simone Reimair vom Regionalmanagement regioL erläuterte. Leader ist ein Förderprogramm der EU, Nutznießer sind entwicklungsschwache Regionen wie der Bezirk Landeck. Bis 2020 stehen dem Bezirk sechs Mio. Euro an Leader-Mitteln zur Verfügung, womit ein Investitionsimpuls von zwölf Mio. Euro ausgelöst werden soll.

Von den Landecker Software-Spezialisten geht es weiter nach Pettneu auf die verwaiste Nessler Alm. „Dort soll den Besuchern das Almleben gezeigt werden, wie es sich noch vor 40 Jahren abgespielt hat“, weiß Reimair. Geplant ist, das Thema mit Kurzfilmen, Büchern und historischen Fotos aufzubereiten. Unterstützung gibt es auch für die Touristiker in Nauders: Dort soll der Themenweg auf den Kleinmutzkopf beschildert werden – auch eine Info-App ist geplant. Zudem sind Leader-Mittel für den geplanten Erlebnisspielplatz am Eingang zum Zammer Lochputz bzw. zur mystischen Klamm reserviert.

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