Wegers Olympia-Traum paddelte von Süd- nach Nordtirol

Seiner Heimat Südtirol kehrte er den Rücken, er erhielt im März den österreichischen Pass und will nach Rio zu Olympia: der Innsbrucker Kajakfahrer Matthias Weger.

Italiens Verband war Matthias Weger zu militärisch, nun versucht es der 20-jährige gebürtige Südtiroler im österreichischen Verband.
© gepa

Von Roman Stelzl

Innsbruck –„Die sind ex­trem militärisch eingestellt. Da konnte ich mich nicht, wie ich es wollte, auf die Rennen vorbereiten“, sagt Matthias Weger über den italienischen Kanuverband. „Hier kann ich mich so vorbereiten, wie ich will. Ich bekomme die besten Möglichkeiten“, sagt Matthias Weger über den österreichischen Verband. Und damit ist zugleich auch die Frage beantwortet, für welches Land der 20-jährige Kajak-Jungstar künftig an den Start geht.

2014 war beim gebürtigen Südtiroler die Entscheidung gefallen. Er werde fortan für Österreich ins Kajak steigen, nahm sich Weger vor. Unstimmigkeiten mit dem italienischen Trainer waren da nur noch Wasser auf die Mühlen.

Im April 2015 war der Wechsel unter Dach und Fach: Der Wahl-Innsbrucker und Wirtschaftsstudent wechselte zu den Naturfreunden Innsbruck, vor wenigen Wochen durfte er dann den österreichischen Pass in Empfang nehmen. „Ich habe mich schon immer gut mit dem österreichischen Team verstanden. Auch die Sprache ist dieselbe. Das war die richtige Entscheidung.“

Dass ihm in seiner Heimat keiner böse ist, zeigt sein (Ex-)Klub SC Meran: Die Südtiroler widmeten Weger am Mittwoch auf ihrer Homepage einen größeren Bericht. Er handelt von dem Thema, das Weger derzeit ganz und gar den Kopf verdreht: die Olympischen Spiele 2016 in Rio (BRA). Sein großes Ziel, sein erster wirklicher Karrieretraum.

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Der erste wichtige Schritt in diese Richtung gelang dem Hobby-Freerider am Wochenende in Wien. Bei der nationalen Ausscheidung – gleichzeitig der Startschuss für die Saison – landete Weger auf Rang zwei und sicherte sich damit einen von drei Plätzen im Nationalteam. Und das heißt: Der Tiroler Kajak-Einzelkämpfer darf bei der Kanuslalom-EM in Liptovsky (SVK/12. bis 15. Mai) und beim Weltcup in Ivrea (ITA/3. bis 5. Juni) um den einzigen Olympia-Startplatz kämpfen. „Mario Leitner hat derzeit zwar bessere Karten – aber es ist noch sehr viel möglich“, meinte Weger, der zwischen Wien (Training), Innsbruck (Studium) und Schenna (Heimat) hin- und herpendelt.

Und was immer das Jahr noch bringt, eines ist sicher: Seinem zwei Jahre jüngeren Bruder Jakob (18), Italiens Olympia-Kajak-Hoffnung, kommt er nun nicht mehr in die Quere.


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