Lösung im Restitutionsstreit mit Leopold Museum

Seit November 2010 steht fest, dass fünf Schiele-Zeichnungen aus dem Besitz der Leopold Museum-Privatstiftung an die Erbin nach Karl Mayländer zu restituieren wären, handelte es sich um ein Bundesmuseum. Am Donnerstag wurde eine Einigung präsentiert: Zwei Blätter werden zurückgegeben, drei verleiben im Leopold Museum.

Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) bei der PK des Leopold Museums. Anlass war die Einigung zwischen dem Leopold Museum und der Israelitischen Kultusgemeinde betreffend der Schiele-Blätter aus der Sammlung Mayländer.
© APA/HOCHMUTH

Wien – Nach einem jahrelangen Streit um die Restituierung von fünf Zeichnungen von Egon Schiele ist es zu einem Kompromiss mit dem Wiener Leopold Museum gekommen. Die 95-jährige Erbin des Wiener Kaufmanns Karl Mayländer erhält zwei Zeichnungen ihrer Wahl. Die restlichen drei Bilder bleiben in der Privatstiftung. Kulturminister Josef Ostermayer (SPÖ) sprach bei der Verkündung des Kompromisses am Donnerstag in Wien von einer „salomonischen Lösung“. Beide Seiten könnten so ihr Gesicht wahren. Eine zusätzliche finanzielle Abgeltung für die Erbin gab es nicht. Den Wert der Werke konnte das Museum nicht beziffern.

Wäre die Privatstiftung ein Museum im Bundeseigentum hätten die Bilder bereits 2010 zurückgegeben werden müssen. Der Wiener Kaufmann und Kunstsammler Mayländer wurde 1941 deportiert und ermordet. Seine Werke schenkte er zuvor seiner Lebensgefährtin, die diese nach 1945 verkauft hatte. Eine Kommission erklärte aber, dass die wertvollen Bilder an die Erben von Mayländer zurückzugeben wären.

Die Israelitische Kultusgemeinde verstärkte seit Anfang des Jahres den Druck auf die Zuständigen. „Mir ist es sehr am Herzen gelegen, dass die Erbin die Restituierung noch erlebt“, sagte die Vertreterin der Kultusgemeinde, Erika Jakubovits. Die beiden Zeichnungen kommen nun nach Amerika, wo die Frau lebt. (APA/dpa)

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