Frei von Allüren und Blamagen

Der Toyota Verso verzichtet auf Ablenkungspotenzial – dank übersichtlichem Instrumentarium, einwandfreier Bedienbarkeit und fairem Platzangebot. Der Dauertester überzeugt auf langer Strecke.

Fast schon zeitlos ist die Formensprache des Verso mit hinten leicht abfallender Dachlinie.
© Höscheler

Von Markus Höscheler

Fulpmes –Ein Jahr begleitete der Kompaktvan die Tiroler Tageszeitung mit einem moderaten Triebwerk: einem 1,6-Liter-Turbodiesel. Der Ölbrenner leistet 112 PS und stemmt ab 1750 Umdrehungen/Minute ein maximales Drehmoment von 270 Newtonmetern. Das genügt über die Maßen, um dem 1,5-Tonner aus dem Stillstand zu verhelfen, die Laufkultur, das zeigt sich nach zwölf Monaten Betrieb, geht dabei in Ordnung. Beim Verbrauch ist es ähnlich, 6,7 Liter je 100 Kilometer haben sich im Angesicht unterschiedlicher Nutzerprofile, der Nähe zu deutschen Autobahnen und der heimischen alpingeprägten Topografie im Bordcomputer manifestiert. Auch damit können und konnten wir leben. Manches Mal wünschten wir uns eine Automatik an der Position des hochgestellten Sechsgang-Handschalters, um in Ballungszentren bequemer vorankommen zu können.

Aber nicht jeder Wunsch geht in Erfüllung, obwohl es grundsätzlich möglich wäre: Für den 147 PS starken Top-Benziner ließe sich eine stufenlose CVT-Automatik bestellen. Nicht mehr in der Preisliste zu finden sind die noch vor einem Jahr angebotenen, stärkeren Zweiliter-Turbodiesel. Begehrenswert ist unter Umständen das Extra der dritten Sitzreihe (500 Euro netto). Auch dieses findet sich im Testwagen nicht – dafür aber die hochwertige Lounge-Ausstattung.

Mit ihr ziehen Teilledersitze samt Sitzheizung vorne ins Auto, außerdem das Multimediasystem Toyota Touch 2 mit 6,1 Zoll großem Touchscreen. Der ist nicht schlecht, in Anbetracht der neueren Toyota-Modelle mit hochauflösenden Displays und vereinfachter Bedienung jedoch nicht mehr ganz der Stand der Technik.

Für ganz wichtige Aufgaben eignet sich der kleine Touchscreen dennoch: Navigation (sofern sich die Nachrüst-Navigationsbox Go für 939,09 Euro an Bord befindet), Bluetooth-Audiostreaming inklusive Freisprecheinrichtung und Rückfahrkamera zwecks Rangier-Erleichterung. Für die Außendarstellung glänzen 17-Zoll-Alufelgen, hinten abgedunkelte Seitenscheiben (ab Active-Niveau) und Bi-Xenon-Scheinwerfer sowie das Skyview-Panoramaglasdach (756 Euro extra). Dieses dient dem Wohlfühl-Ambiente ebenso wie die Zweizonen-Klimaautomatik. Nicht minder bekömmlich ist die Kopf- und Beinfreiheit in den beiden Sitzreihen – bei Vollauslastung gibt es immer noch ein Netto-Stauvolumen von 446 Litern. Das Ladeabteil lässt sich auf 1575 Liter erweitern, was die Einsatzzwecke des Kompaktvans erhöht.

In Summe lässt sich Toyotas 4,46 Meter langes Familienauto unkompliziert bedienen, es enttäuscht auch nicht auf der langen Strecke, denn die Fahrwerksabstimmung gibt dem Komfort den Vorzug, Ähnliches gilt für die leichtgängige Lenkung. Während für den Testwagen 31.473 Euro (ohne Navi) zu berappen waren, gibt es den Verso derzeit mit 132 PS starkem Benzinmotor in der Young-Ausstattung ab 22.980 Euro. Den Young-Diesel liefert Toyota ab 24.280 Euro aus, Preisvorteile winken im Übrigen für die Käufer von so genannten Edition-45-Modellen. Ein solches, das geben wir gerne zu, hätten wir gerne als neuen Dauertester gehabt.


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