Fußball: Kein Treueschwur für angezählten Bremen-Coach Skripnik

Bremen/Ingolstadt (APA/dpa) - Viktor Skripnik hat zwar am Tag nach der 1:2-Heimniederlage gegen Augsburg das Training des abstiegsgefährdete...

Bremen/Ingolstadt (APA/dpa) - Viktor Skripnik hat zwar am Tag nach der 1:2-Heimniederlage gegen Augsburg das Training des abstiegsgefährdeten deutschen Fußball-Bundesligisten Werder Bremen geleitet, das Treuebekenntnis für den Ukrainer ist aber ausgeblieben. „Ich schließe erstmal gar nichts aus“, wiederholte Bremens Manager Thomas Eichin am Sonntag.

Durch die blamable Niederlage, bei der ÖFB-Legionär Florian Grillitsch immerhin seinen Bundesliga-Premierentreffer bejubeln durfte, rutschte Bremen zwei Punkte hinter Augsburg auf den Relegationsrang 16 ab. „Mir fehlen die richtigen Worte, ich bin in einer Art Schockzustand, es herrscht eine große Leere in uns allen“, meinte Eichin dazu.

Ob Skripnik noch länger Zlatko Junuzovic und Co. dirigieren darf, dazu wollte der Geschäftsführer nichts Konkretes sagen. „Wir haben noch Gespräche“, kündigte Eichin an und antwortete auf die Frage nach dem Ausgang der Trainer-Diskussion: „Ich bin kein Prophet.“

Viele Maßnahmen außer einem Austausch auf der Schlüsselposition bleiben den Bremern nicht. Werder droht der zweite Abstieg der Vereinsgeschichte, weil trotz einiger guter Auftritte in fremden Stadien die Heimschwäche und die Defensivprobleme eklatant sind. In 14 Spielen im Weserstadion gelangen nur zwei Siege. Mit inzwischen 59 Gegentoren bleibt Bremen der Watschenmann der Liga und hat noch keine Partie zu null gespielt.

Der Trainer selbst will auf jeden Fall nicht aufgeben und sagte: „Das weiße Handtuch rauszuschmeißen ist nicht mein Ding.“ Auf die Frage nach einem Trainerwechsel antwortete er: „Das kann ich nicht alleine entscheiden.“ Der angeschlagene Coach versicherte: „Ich entlasse mich nicht. Ich sehe Hoffnung und ich sehe Qualität.“

Der ratlos wirkende Skripnik erklärte, er sitze seit Amtsantritt „auf einem heißen Stuhl.“ Der Bremer Trainer fühlt sich falsch verstanden und hat nach eigener Aussage „gewartet, dass die Medien spekulieren“. Skripnik sagte: „Wir spielen die ganze Saison gegen 18 Mannschaften - 17 in der Bundesliga und eine ist im Medienbereich.“

Ein anderer Österreicher-Club durfte am Samstag hingegen jubeln. Mit dem 1:0 gegen Champions-League-Anwärter Borussia Mönchengladbach verlängerte der Liganeuling seinen „Mietvertrag“ im Oberhaus schon in der 29. Runde um ein Jahr. Daran mochte am Samstag niemand mehr rechnerische Zweifel äußern. Schließlich ist noch kein Verein im Zeitalter der Drei-Punkte-Regel mit 39 Zählern abgestiegen.

Spontan gab es immerhin eine Nichtabstiegsprämie des österreichischen Trainers: Ralph Hasenhüttl belohnte seine Kicker, darunter die ÖFB-Teamspieler Lukas Hinterseer, Ramazan Özcan und Markus Suttner, mit zwei freien Tagen. „Wir haben ein überragendes Spiel gemacht“, sagte er. „Wir haben immer von 40 Punkten gesprochen. Aber ich glaube, auch mit 39 werden wir nicht mehr klar absteigen.“


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