Sanders gewann US-Vorwahl in Wyoming - Cruz in Colorado voran

Cheyenne (Wyoming)/Denver (Colorado)/Washington (APA/dpa) - US-Senator Bernie Sanders macht seiner Rivalin Hillary Clinton im Rennen um die ...

Cheyenne (Wyoming)/Denver (Colorado)/Washington (APA/dpa) - US-Senator Bernie Sanders macht seiner Rivalin Hillary Clinton im Rennen um die Präsidentschaftskandidatur der Demokraten in den USA weiter das Leben schwer. Sanders gewann am Samstag die Vorwahl im Staat Wyoming - und hat damit Clinton zuletzt in acht von neun Abstimmungen geschlagen.

Bei den Republikanern holte sich der texanische Senator Ted Cruz in Colorado alle 34 Delegierten - Colorado vergab am Samstag die letzte von mehreren Tranchen. Die Republikaner bestimmen ihre Delegierten in dem Staat nicht über eine formelle Vorwahl, sondern über Parteitage auf mehreren Ebenen.

Für den Favoriten bei den Republikanern, den New Yorker Immobilien-Milliardär Donald Trump, ist es damit erneut schwieriger geworden, die nötige Schwelle von 1.237 Delegierten für eine absolute Mehrheit zu erreichen - gegenwärtig hat er 742. Diese ist nötig, um bereits im ersten Wahlgang beim Parteitag im Juli in Cleveland zu siegen. Im zweiten Wahlgang wären die meisten Delegierten nicht mehr an die Vorwahlergebnisse gebunden.

Bei den Republikanern richten sich deshalb alle Augen auf den Staat New York, wo am 19. April gewählt wird. In seinem Heimatstaat führt Trump in den Umfragen deutlich. Cruz und auch der abgeschlagene John Kasich wollen ihm aber unter Ausnutzung der Feinheiten des Wahlsystems zumindest einen Teil der Delegierten abjagen, um eine absolute Mehrheit Trumps zu verhindern.

Bei den Demokraten in Wyoming siegte der 74-Jährige Sanders mit rund 56 zu 44 Prozent vor der favorisierten Ex-Außenministerin Hillary Clinton. Sanders erhält damit Rückenwind für den auch bei den Demokraten gewichtigen Staat New York. Allerdings liegt Clinton in dem Staat, für den sie von 2001 bis 2009 im US-Senat saß, in Umfragen deutlich vor Sanders, und sie führt auch insgesamt weiter klar das Vorwahlrennen an.

Dabei geht es um das Sammeln von Delegiertenstimmen für die Nominierungsparteitage der beiden großen Parteien im Juli. Da in Wyoming nur 18 Delegiertenstimmen zu gewinnen waren, von denen 14 proportional zum Ergebnis verteilt wurden, konnte Sanders Clintons beachtlichen Gesamtvorsprung bei den Delegierten kaum reduzieren.

Bei den Vorwahlen hat er bisher hauptsächlich in Regionen mit überwiegend weißer Bevölkerung abgeräumt. Mit der Abstimmung im Staat New York beginnt eine Serie von Entscheidungen im Osten der USA, bei denen Clinton größtenteils als Favoritin gilt. So wird am 26. April in Maryland, New Jersey, Rhode Island, Delaware und Pennsylvania abgestimmt.

Nach dem Votum in Wyoming hatte Clinton 1.305 Delegierte zusammen, die an die Vorwahlergebnisse gebunden sind, Sanders 1.079. Darüber hinaus gibt es bei den Demokraten aber noch sogenannte Superdelegierte, zumeist Parteifunktionäre, die auf dem Nominierungsparteitag mit abstimmen, aber ihre Meinung jederzeit ändern können. Hier führt Clinton deutlich. Insgesamt braucht sie auf dem Parteitag im Juli in Philadelphia 2.383 Stimmen.


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