Oberperfuss

Finanzierung voller Fragezeichen

© Domanig

Bergbahnen und Gemeinde Oberperfuss wollen den alten Schlepplift zwischen Stiglreith und Sulzstich durch eine Gondelbahn ersetzen. Ob der TVB Innsbruck dabei mitzahlt, ist aber noch keineswegs fix.

Oberperfuss –Für die Bergbahnen Oberperfuss Gmbh – und die Gemeinde als 100-Prozent-Eigentümer – ist weiterhin klar: Die geplante Erneuerung der mittleren Sektion zwischen Stiglreith und Sulzstich muss kommen. Konkret soll der alte Schlepplift aus den 70er-Jahren durch eine moderne 8er-Gondelbahn ersetzt werden, direkt im Anschluss an die bestehende Gondelbahn. „Der mittlere Lift ist die Schlüsselstelle“, hält BM Johanna Obojes-Rubatscher fest – entscheidend für die Zukunft des ganzen Skigebiets am Rangger Köpfl.

„Mit einem 1,7 Kilometer langen Schlepper sind wir einfach nicht mehr zeitgemäß unterwegs“, betont Bergbahnen-Geschäftsführer Hubert Deutschmann, „er ist für Anfänger nicht geeignet und passt nicht mit unserer Positionierung als Skigebiet für Familien und Kinder zusammen.“ Die Schlepplifttrasse mit Kunstschnee zu präparieren sei extrem kostspielig und zeitintensiv, ebenso wie die laufende Instandhaltung des Liftes, erläutert Deutschmann. „Wir müssen jedes Jahr wieder um Betriebserlaubnis ansuchen“, ergänzt Obojes-Rubatscher. Hinzu komme das Sicherheitsrisiko, weil ein großer Teil der bewaldeten Lifttrasse nicht einsehbar sei. Sowohl für den Winterbetrieb (inklusive Rodelbahn) als auch für Sommerattraktionen (Stichwort: Singletrails) wäre die Erneuerung zentral, meint Deutschmann. „Wir werden etwas machen müssen – aber erst, wenn die Finanzierung steht“, so Obojes-Rubatscher.

Und genau hier wird es spannend: Rund 4,6 Mio. Euro dürfte das Vorhaben kosten, wobei Gemeinde und Bergbahnen 1 Mio. Euro beisteuern könnten. Für den Rest wäre man auf Landesförderungen und finanzielle Unterstützung durch den Tourismusverband Innsbruck und seine Feriendörfer sowie die Umlandgemeinden angewiesen.

Gerüchte, wonach es seitens des TVB bereits eine definitive Absage für eine Geldspritze an die Oberperfer Bergbahnen gegeben habe, dementiert Obmann Karl Gostner auf TT-Anfrage. Vielmehr sei die Debatte über einen allfälligen Zuschuss noch im Gang: „Wir diskutiere­n noch darüber.“ Das Problem sei, dass die Ausbaupläne der Oberperfer Bergbahnen nicht den Empfehlungen der so genannten Grischconsulta-Studie entsprechen würden (die Schweizer Beratungsfirma hatte sich 2014 gegen einen Erhalt der Anlagen ausgesprochen, Anm.). Andererseits, so Gostner, sei aber die Frage, ob dieses Thema ausschließlich unter einem unternehmerischen Gesichtspunkt betrachtet werden könne. Eine Entscheidung solle noch vor dem Sommer getroffen werden.

Obojes-Rubatscher hofft weiter auf eine Unterstützung durch den TVB. „Wir haben auch Tourismusbetriebe, die ausbauen wollen, insgesamt sollen 100 Betten dazukommen.“ Wie Deutschmann verweist sie darauf, dass die Bergbahnen im laufenden Betrieb zuletzt fünf Saisonen lang ohne Zuschüsse von außen ausgekommen seien – für die jüngste Saison liegen noch keine Daten vor. (md, mami)

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