Boehringer Ingelheim überwand Wachstumsdelle

Ingelheim/Wien (APA/Reuters) - Ein starkes Geschäft mit Diabetesmedikamenten und der schwache Euro haben Boehringer Ingelheim im vergangenen...

Ingelheim/Wien (APA/Reuters) - Ein starkes Geschäft mit Diabetesmedikamenten und der schwache Euro haben Boehringer Ingelheim im vergangenen Jahr beflügelt. Der Umsatz kletterte 2015 um gut elf Prozent auf 14,8 Mrd. Euro, wie Deutschlands zweitgrößter Pharmakonzern nach Bayer am Dienstag mitteilte. Bereinigt um Währungseffekte legten die Erlöse um rund vier Prozent zu.

Nach zwei Jahren mit Umsatzeinbußen konnte der Arzneimittelhersteller das Ruder damit wieder herumreißen. Der Betriebsgewinn kletterte um sechs Prozent auf 2,3 Mrd. Euro. „Wir haben 2015 wichtige strategische Weichen für den Ausbau der Wettbewerbsfähigkeit und eine auch in Zukunft nachhaltige Geschäftsentwicklung gestellt“, urteilte Boehringer-Chef Andreas Barner.

Die Unternehmensleitung hatte Ende vergangenen Jahres die größte Übernahme in der Geschichte des Familienkonzerns aus Ingelheim am Rhein eingefädelt. Boehringer greift nach dem milliardenschweren Tierarznei-Geschäft des Pharmakonzerns Sanofi. Dafür will das Unternehmen sein Geschäft mit rezeptfreien Arzneien und Gesundheitspräparaten an die Franzosen abgeben. Weil diese Sparte, zu der etwa „Mucosolvan“-Hustensaft gehört, weniger wert ist, ist geplant, dass Boehringer noch zusätzlich rund 4,7 Mrd. Euro an Sanofi zahlt. Die Ingelheimer stiegen zudem aus dem Generikageschäft aus.

Die Entscheidung, eine halbe Milliarde Euro in den Ausbau der biopharmazeutischen Produktion in Wien zu investieren, kennzeichne einen weiteren wichtigen strategischen Schritt, hieß es am Dienstag in einer Aussendung.

Als Wachstumstreiber erwiesen sich im vergangenen Jahr die Diabetes-Präparate von Boehringer. Der Umsatz mit diesen Arzneimitteln schnellte um fast 64 Prozent in die Höhe, währungsbereinigt stand immer noch ein Plus von rund 49 Prozent auf 1,1 Mrd. Euro zu Buche. Insgesamt kletterten die Erlöse mit verschreibungspflichtigen Medikamenten, dem wichtigsten Geschäft von Boehringer, um fast zwölf Prozent auf 10,7 Mrd. Euro. Im laufenden Jahr soll das Wachstum insgesamt etwas gedämpfter ausfallen. Angesichts der geringen Wachstumsimpulse auf den Weltpharmamärkten erwartet Boehringer nur eine geringe Umsatzsteigerung im Vergleich zum Vorjahr.

~ WEB http://www.boehringer-ingelheim.de/ ~ APA240 2016-04-19/12:24