Salzburger Pfingstfestspiele: Jubel für „Romeo und Julia“
Salzburg (APA) - Die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt von „Romeo und Julia“ fasst die diesjährigen Salzburger Pfingstfestspiele zu...
Salzburg (APA) - Die wohl berühmteste Liebesgeschichte der Welt von „Romeo und Julia“ fasst die diesjährigen Salzburger Pfingstfestspiele zusammen. John Crankos gleichnamiges Ballett mischt die Tragik der Handlung mit Prokofjews Ballettmusik und sorgt für drei Stunden große Gefühle in jeder Bewegung. Dafür gab es gestern, Sonntag, nicht enden wollenden Applaus.
„Romeo und Julia“ ist fester Bestandteil des Repertoires des Stuttgarter Balletts. Immerhin war es das erste Handlungsballett, das Choreograf John Cranko nach Amtsantritt als Ballettdirektor in Stuttgart kreierte. Seitdem hat es eine über 50 Jahre lang währende Tradition in der Kompanie und wird quasi durchgehend irgendwo auf der Welt getanzt. Sobald sich der erste Vorhang hebt, weiß man auch warum.
Die Handlung ist gebettet in Jürgen Roses großes und buntes Bühnenbild eines farbprächtigen Veronas. Jede Szene ist mit großem Detailreichtum ausgestattet, für den sich oftmals ein zweiter Blick lohnt, wie zum Beispiel für die große Landschaft hinter Julias Schlafzimmerfenster oder den Ballsaal der Capulets.
Diese großen Bilder sind beeindruckend, lenken aber keinesfalls von der Choreografie ab. Die Bewegungen füllen sie vielmehr auf. So entstehen eindrückliche Ensembleszenen: Der bekannte „Tanz der Ritter“ ist mit Sicherheit der bildgewaltigste. In gerader Einheit und großer Anmut schreiten die in Gold und Schwarz gehüllten Paare auf die Bühne und zeigen einen synchronen Tanz, bei dem doch jedes Paar eine individuelle Note hat.
Mit Individualität glänzen auch die Solisten. Friedemann Vogel gibt einen jungen und verträumten Romeo, der seine Liebe in vor Energie nur so strotzenden Sprüngen ausdrückt. Alicia Amatriain an seiner Seite ist eine feinsinnige und zerbrechliche junge Frau, deren Bewegungen mit ihrem Entschluss, letztlich für die Liebe zu sterben, immer stärker werden. Doch ob nun Solist oder Ensemblemitglied: Crankos Choreografie gibt jedem Tänzer eine eigene Note, und das macht die Mischung aus Ball-, Fecht- und Paarszenen so vielseitig.
James Tuggle gibt mit dem Mozarteumorchester Salzburg musikalisch noch die letzte Würze hinzu. Der Dirigent schafft einen harmonischen Ausgleich zwischen den grollenden und harten Blechklängen, die die Kälte und den Hass der Familien Capulet und Montague auch auditiv erkenntlich machen, und den intimen, leisen Stellen, die nur dem Liebespaar gehören.
„Romeo und Julia“ ist eine großartige Symbiose aus Tragik, Bewegung, Leidenschaft und Musik. Der Jahrzehnte andauernde Erfolg ist verständlich und wird auch in Salzburg mit jubelndem Applaus angenommen.
(S E R V I C E - „Romeo und Julia“, Ballett von John Cranko nach William Shakespeare. John Cranko: Choreografie und Inszenierung, Jürgen Rose: Bühnenbild und Kostüme: James Tuggle: Musikalische Leitung, Solisten: Rolando D‘Alesio, Melinda Witham, Alicia Amatriain, Roman Novitzky, Constantine Allen, Sonia Santiago, Julia Bergua Orero, Friedemann Vogel, Daniel Camargo, David Moore, Louis Stiens, Louis Stiens, Rocio Aleman,Angelina Zuccarini, Elena Bushuyeva, Magdalena Dziegielewska, Alexander Mc Gowan. Mozarteumorchester Salzburg, www.salzburgerfestspiele.at)