Fußball: Admira und Salzburg feierten mit angezogener Handbremse

Salzburg/Maria Enzersdorf (APA) - Grund für ausgiebige Feiern hätte es bei Meister Salzburg und Europacup-Starter Admira am Sonntag genug ge...

Salzburg/Maria Enzersdorf (APA) - Grund für ausgiebige Feiern hätte es bei Meister Salzburg und Europacup-Starter Admira am Sonntag genug gegeben. Doch die Aussicht auf das Cup-Endspiel am Donnerstag (20.30 Uhr) in Klagenfurt ließ die Finalkontrahenten auf die Bremse steigen. „Wir genießen den Moment - mit dem Kopf natürlich, weil wir wissen, dass am Donnerstag eine Aufgabe ansteht“, betonte Salzburg-Kicker Christian Schwegler.

Für Schwegler war es ein altbekanntes Gefühl, zum bereits vierten Mal durfte er am Sonntag nach dem 1:0-Heimsieg über den WAC den Meisterteller mit Salzburg stemmen. Nur Andreas Ulmer und der heuer fast ständig verletzte Christoph Leitgeb (je 6 Mal), gelang das mit den „Bullen“ öfters. „Davon kann man nicht genug kriegen“, meinte Schwegler, mahnte angesichts der Chance auf das historische dritte Double en suite aber vollste Konzentration auf das Cupfinale ein: „Mit angezogener Handbremse dürfen wir feiern, aber Alkohol wird sicher keiner fließen. Dafür ist der Donnerstag einfach zu wichtig.“

„Da sollte man kein Risiko eingehen“, stimmte ihm Goalie Alexander Walke zu, der wie Schwegler und Jonatan Soriano zum vierten Mal mit dem Ligakrösus jubelte. Der Routinier, der als Nummer zwei in die Saison gegangen war, nach Unsicherheiten des jungen Cican Stankovic aber schließlich wieder ins erste Glied rückte, war ein wichtiger Teil der gestärkten Defensive des Meisters. So kassierte Salzburg in den vergangenen 26 Bundesligaspielen nie mehr als ein Gegentor und markierte damit einen neuen Bundesliga-Rekord.

Im Augenblick des Jubels wurden die Akteure nicht müde, die harte Arbeit der vergangenen Monate zu betonen - nicht zuletzt im Hinblick auf die souveränen Titel der Jahre davor. „Es war keine Supersaison, aber gut“, meinte etwa Torschützenkönig Soriano auf „Sky“.

Walke sah es ähnlich: „Wir sind ganz schlecht gestartet, hatten viele Probleme unterwegs, und deshalb ist es umso schöner, am Ende so deutlich gewonnen zu haben.“ Auch Ulmer verwies auf die sportliche und emotionale Achterbahnfahrt: „Es gab viele Höhen und Tiefen. (Wir hatten) zwei verschiedene Trainer, auch von der Idee und vom Stil war es ein bisschen unterschiedlich. Auch deswegen war die Saison für uns ganz schwer.“

Thema war einmal mehr die Zukunft von Schlüsselfiguren. „Ich habe einen Vertrag, ich bin gut hier, aber ich kann nicht sagen, was im Sommer passiert“, meinte Soriano kryptisch. Trainer Oscar Garcia, der das Ruder nach einer durchwachsenen Herbstsaison noch herumriss, ließ ein klares Bekenntnis ebenfalls vermissen. „Ich bin glücklich hier, aber es hängt immer von beiden Parteien ab. Viele Clubs suchen nach Trainern“, sagte er gegenüber „Sky“. Dort wollte Geschäftsführer Jochen Sauer keine Zweifel aufkommen lassen. „Diesen Sommer werden wir nicht die Situation des letzten Jahres vorfinden. Der Coach bleibt und mit Keita starten wir in die neue Saison.“

War der Titel von Salzburg erwartet worden, endete die Liga für die Admira märchenhaft. „Grandios, als Fixabsteiger sind wir im Europacup gelandet“, brachte Mittelfeldmann Daniel Toth die Gefühle der „grauen Maus“ aus der Südstadt auf den Punkt. Trotz der 1:3-Heimniederlage gegen Rapid zum Liga-Abschluss gab sich der 28-Jährige für das Finale am Donnerstag höchst optimistisch: „Einen Titel zu holen hat noch keiner von uns geschafft. Auf neutralem Boden ist alles möglich.“

Dass der Europacup-Startplatz, den der Admira zu Saisonbeginn nur wenige zugetraut hatten, mit Platz vier schon fixiert wurde, war auch der Austria zu verdanken. Die setzte sich gegen Admiras direkten Konkurrenten Sturm Graz mit 3:0 durch. „Auf meine ‚Veilchen‘ ist Verlass“, scherzte Admira-Coach Ernst Baumeister, in den Siebziger- und Achtziger-Jahren achtfacher Meister mit der Austria.

Ob die Admira bereits in der ersten Qualifikationsrunde zur Europa League, also schon am 30. Juni, oder im Falle des Cupsiegs in der dritten Qualirunde (ab 28. Juli) einsteigen muss, ist kein ganz unwesentliches Detail. „Das wäre kein Nachteil“, meinte Baumeister lapidar und führte noch einen anderen Grund für den Cup-Hunger seiner Truppe an: „Ein vierter Platz ist bald wieder vergessen, aber ein Cuptitel bleibt für ewig.“