Bergrettung: „Verstand gibt es nicht zu kaufen“
Die Bergrettung Osttirol pocht auf mehr Verantwortungsbewusstsein bei Sportlern.
Lienz –Kürzlich fand die Jahreshauptversammlung der Osttiroler Bergretter im Saal des Roten Kreuzes in Lienz statt. Schon im Vorfeld wurde Peter Ladstätter für weitere drei Jahre als Bezirksleiter wiedergewählt. Peter Ladstätters Stellvertretung gab Markus Bstieler aus Prägraten an den Sillianer Hundeführer Christof Schneider ab, der seinerseits nach zehn Jahren die Leitung der Suchhundestaffel an Clemens Troyer übertrug.
Derzeit stehen in Osttirol sechs Such- und Lawinenhunde mit ihren Führern in Bereitschaft. Zwei davon in Lienz, vier in der Ortsstelle Sillian. „Weil wir im gesamten Bezirk ausrücken müssen, würden wir uns weitere Hundeführer im Iseltal und seinen Seitentälern wünschen“, sagt Clemens Troyer.
Die Einsatzzahlen der Bergretter im Bezirk stiegen von 88 im Jahr 2014 auf 94 im Vorjahr und damit wieder deutlich an. 4445 Einsatzstunden wurden geleistet. Weiterhin arbeite man gemeinsam mit allen alpinen Organisationen intensiv daran, Informationen und Aufklärung für ein sicheres Bergerlebnis an die Bevölkerung und die Gäste weiterzugeben, so Ladstätter. Unangeseilte Gletschertourengeher seien leider immer noch die Regel. „Das Material wird immer besser. Die Ski werden immer leichter. Nur Verstand gibt es nicht zu kaufen“, mahnt Ladstätter zu mehr Verantwortungsbewusstsein. Man sei trotz allen Bemühungen mit Totbergungen konfrontiert und wisse sicher, dass ein Seil manches Leben bewahren würde. „Dabei ist es für uns im Rettungseinsatz oft genug eine reine Glücksache, dass wir nicht sofort nach dem Aussteigen aus dem Hubschrauber selbst in einer Gletscherspalte verschwinden“, sagte Bezirks-Sanitätsreferent Christian Wibmer.
Die Kosten für eine Bergung belaufen sich durchschnittlich auf dreieinhalb bis fünftausend Euro. „Durch die einmalige Zahlung des Förderbeitrages von nur 28 Euro kann man alle Familienmitglieder ein Jahr lang bis zu 15.000 Euro versichern“, raten die ehrenamtlichen Retter dringend zu entsprechender Voraussicht, auch bei Unterkunftgebern und ihren Urlaubern.
Für die Bergrettungsärzte übernimmt heuer Josef Burger die Bezirksleitung von Franz Krösslhuber. Krösslhuber erinnerte sich an seine wichtigsten Stationen, seit er 1983 von Oberösterreich nach Osttirol kam. Eines habe sich in den Jahren nicht verändert, sagt er: „Das große Engagement aller Beteiligten.“ Die Einsätze würden medizinisch und technisch immer schwieriger. Ausbildungen, Übungen, Qualitätsmanagement, Kommunikation und die Vernetzung mit anderen müssten weiter ausgebaut werden.
Franz Krösslhubers Nachfolger Josef Burger betonte, dass man mit acht ausgebildeten und zwei in Ausbildung stehenden Bergrettungsmedizinern im Bezirk österreichweit führend sei. Bei 99 Prozent aller Einsätze mit Verletzten sei ein Bergrettungsarzt dabei. „Wir absolvieren selbstverständlich die gleiche Ausbildung wie alle anderen Bergretter auch.“ (bcp)