Verhandlungen in Bonn zur Ausgestaltung des Pariser UN-Klimaabkommens
Bonn (APA/AFP) - Nach der Einigung der internationalen Gemeinschaft auf ein umfassendes Klimaschutzabkommen bei der UN-Konferenz in Paris ha...
Bonn (APA/AFP) - Nach der Einigung der internationalen Gemeinschaft auf ein umfassendes Klimaschutzabkommen bei der UN-Konferenz in Paris haben in Bonn mehrtägige Gespräche über die Ausgestaltung und Umsetzung der Vereinbarung begonnen. Bei einer Pressekonferenz würdigte die derzeitige Präsidentin der Weltklimakonferenz COP 21, Frankreichs Umweltministerin Segolene Royale, am Montag die bisherigen Fortschritte.
Auch Royales Nachfolger, der marokkanische Außenminister Salaheddine Mezzouar, äußerte sich positiv über den „dynamischen Prozess“, der seit Paris eingesetzt habe. Der künftige Präsident von COP 22, dessen Land im November in Marrakesch den nächsten Weltklimagipfel austrägt, mahnte zur Umsetzung des historischen Pariser Abkommens konkrete Initiativen an. Diese seien vor allem für besonders von der Klimaerwärmung bedrohte Länder erforderlich.
Die Exekutivsekretärin der UN-Klimarahmenkonvention (UNFCCC), die Costaricanerin Christiana Figueres, bescheinigte den Beratungen in Bonn einen „guten Start“. Es gelte jetzt, die Anstrengungen zu verstärken.
Verhandlungsführer aus aller Welt beraten in Bonn bis zum 26. Mai darüber, wie die Erderwärmung auf höchstens zwei Grad, besser aber auf 1,5 Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter begrenzt werden kann.
Royale zeigte sich überzeugt, dass Bonn ein „großer Erfolg“ sein werde. Sie kündigte an, dass sie am Dienstag im französischen Parlament einen Gesetzentwurf zur Ratifizierung des Pariser Abkommens einbringen werde. Die Ratifizierung erwartete sie noch vor dem Sommer.
Eine Rekordzahl von 175 Staaten unterzeichneten das Abkommen am 22. April während einer feierlichen Zeremonie bei der UNO in New York. Ratifiziert haben das Abkommen bisher 17 Staaten. Es soll 2020 in Kraft treten.