Krisengipfel zu Boko Haram - Staatschefs vereinbarten Zusammenarbeit

Abuja (APA/dpa) - Die islamistische Terrormiliz Boko Haram ist nach Einschätzung des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari dank intern...

Abuja (APA/dpa) - Die islamistische Terrormiliz Boko Haram ist nach Einschätzung des nigerianischen Präsidenten Muhammadu Buhari dank internationaler Zusammenarbeit inzwischen in der Defensive. Sie sei aus vielen Teilen ihres früheren Machtbereichs vertrieben worden, sagte Buhari zum Abschluss eines regionalen Sicherheitsgipfels in der Hauptstadt Abuja.

Bei dem Spitzentreffen am Samstag, an dem neben Vertretern von EU und USA auch die Staatschefs der Nachbarländer Niger, Tschad und Kamerun sowie des Senegal und Togos teilnahmen, ging es vor allem um verbesserte Kooperation im Anti-Terror-Kampf.

Die Teilnehmer machten klar, dass den vor allem im Nordosten von Nigeria und den angrenzenden Ländern aktiven radikalen Islamisten nur gemeinsam beizukommen sei. Trotz beträchtlicher Fortschritte im Kampf gegen Boko Haram bleibe die Terrorgruppe eine große Gefahr, betonte Frankreichs Präsident Francois Hollande.

Das Augenmerk müsste nun auf den Wiederaubau und Hilfe für die Vertriebenen gerichtet werden, sagte Gastgeber Buhari. „Nun müssen wir nur noch die Terroristen aus ihrem Versteck im Sambisa-Wald vertreiben und die Chibok-Mädchen und andere Entführungsopfer sicher befreien.“ Die etwa 200 Mädchen waren 2014 aus ihrer Schule in Chibok in Nordostnigeria entführt worden.

Großbritannien sagte Nigeria für den Anti-Terror-Kampf finanzielle Unterstützung von umgerechnet 51 Millionen Euro in den kommenden vier Jahren zu, wie Außenminister Philip Hammond ankündigte. Auch die EU werde den Kampf gegen Boko Haram mit 50 Millionen Euro unterstützen, sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini in Abuja. Frankreich biete den betroffenen Staaten nachrichtendienstliche Informationen, Ausbildung und Ausrüstung, sagte Hollande nach Medienberichten.

Es war bereits der zweite Regionalgipfel zu Boko Haram nach einem Treffen in Paris vor zwei Jahren. Einen Erfolg hatte Kamerun bereits am Freitag verkündet: Spezialkräfte hätten in Zusammenarbeit mit Nigeria mindestens 58 Kämpfer getötet, sagte der kamerunesische Informationsminister Issa Tchiroma Bakary. 46 Geiseln seien dabei befreit und ein Anführer der Terrorgruppe festgenommen worden.

Boko Haram führt im Nordosten Nigerias einen blutigen Feldzug zur Errichtung eines islamischen Staats und bedroht zugleich mehrere afrikanische Länder. Seit 2009 töteten die radikalen Islamisten in Nigeria, Kamerun, Niger und dem Tschad mindestens 14.000 Menschen, etwa 2,7 Millionen Menschen sind auf der Flucht.

Der UNO-Sicherheitsrat zeigte sich besorgt über die Aktivitäten der Terrorgruppe und deren Verbindungen zur Terrormiliz „Islamischer Staat“ (IS) im Nahen Osten und Nordafrika. Die Verbindungen von Boko Haram zum IS seien „alarmierend“, hieß es in einer am Freitagabend in New York verbreiteten Erklärung des höchsten UNO-Gremiums.