Justizministerin Shaked: Derzeit „super in, anti-israelisch zu sein“

Jerusalem/Wien (APA) - Die israelische Justizministerin Ayelet Shaked hat sich besorgt über eine Zunahme von antisemitischen Vorfällen in Eu...

Jerusalem/Wien (APA) - Die israelische Justizministerin Ayelet Shaked hat sich besorgt über eine Zunahme von antisemitischen Vorfällen in Europa gezeigt. Es sei derzeit „super in, anti-israelisch zu sein“, formulierte sie. Sie betonte gleichzeitig: „Österreich steht an unserer Seite und wir wissen, dass das nicht immer leicht ist“. Das sagte Shaked am Montagabend bei einem Empfang im Israel Museum in Jerusalem.

Anlass für ihre Rede war das 60-jährige Bestehen der diplomatischen Beziehungen zwischen Österreich und Israel. Die Beziehungen hätten „Höhen und Tiefen“ durchlebt. Im Moment seien sie „stabil“, erklärte die Justizministerin. Sie betonte, dass man die dunklen Kapitel in der Geschichte nicht vergessen dürfe. Shaked verwies darauf, dass 185.000 Juden vor 1938 in Österreich gelebt haben. Fast alle seien gezwungen worden, zu flüchten. Rund 60.000 seien umgekommen. 2.500 Holocaust-Überlebende lebten in Israel.

Auch Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP) hielt eine kurze Ansprache. 60 Jahre Beziehungen seien „etwa zweimal mein Alter“, scherzte der bald 30-Jährige. Trotz seines jungen Alters vergesse er die Vergangenheit nicht. Und diese beeinflusse auch die heutige politische Arbeit. „In Österreich bedeutet das, dass wir alle Formen von Antisemitismus bekämpfen müssen, den existierenden und den neu importierten.“

Mit Israel verbinde Österreich eine „starke und solide Basis, die auf gegenseitigem Respekt und Freundschaft beruht“, betonte Kurz weiter. Die wirtschaftlichen Beziehungen seien auf einem „Allzeit-Hoch“. Der Tourismus zwischen Österreich und Israel sei im Wachsen.

Justizministerin Shaked ist zwar selbst nie in Österreich gewesen, sie habe aber den Film „Sound of Music“ „hunderte Male“ gesehen. Und in ihrem Bekanntenkreis sei es derzeit „super in“, Sommerurlaub in Österreich zu machen.