Nö. Versicherung wächst in Leben weiter - Niedrige Combined Ratio

Wien/St. Pölten (APA) - Am insgesamt stagnierenden, teils rückläufigen Lebensversicherungsmarkt wächst die Niederösterreichische Versicherun...

Wien/St. Pölten (APA) - Am insgesamt stagnierenden, teils rückläufigen Lebensversicherungsmarkt wächst die Niederösterreichische Versicherung auch heuer weiter. Die Gesamtverzinsung liegt bei der NV bei hohen 3,25 Prozent. Im Schaden/Unfall-Geschäft expandiert man ebenfalls anhaltend, so Vorstandschef Hubert Schultes im APA-Gespräch. Mit knapp 80 Prozent Combined Ratio sieht er das Unternehmen weiter gut auf Kurs.

Mit 3,25 Prozent Gesamtverzinsung auf den Veranlagungsteil in Leben stehe man gemeinsam mit nur wenigen Mitbewerbern ganz an der Spitze, so Schultes. Die Einnahmen in dieser Sparte steigerte die NV voriges Jahr um 0,9 Prozent auf 51,8 Mio. Euro, die Branche verzeichnete einen etwa ebenso starken Rückgang. Nur ein Zehntel davon entfiel auf Einmalerläge, die man noch gegen sofortige Verrentung zeichnete; aktuell werden sie aber nicht mehr verkauft.

Hauptsächlich konzentriere man sich auf die prämienbegünstigte Zukunftsvorsorge und die herkömmliche klassische Lebensversicherung mit Garantie. Von der Zukunftsvorsorge verkaufe man jedes Jahr einige tausend Stück; bei der NV seien diese Polizzen nie ausgestoppt worden und alle „über Wasser“. Das LV-Geschäft insgesamt sei bei der NV sehr bestandsfest, es gebe sehr wenig Prämienfreistellungen und Rückkäufe. Fondspolizzen seien ein Minderheitenprogramm, auch diese biete man nur mit einer Kapitalgarantie an.

Auch in Schaden/Unfall sei man 2015 mit +3,1 Prozent auf 239,9 Mio. Euro deutlich über Markt gewachsen. Besonders erfreulich sei das Plus in Unfall (+11,4 Prozent), Rechtsschutz (+5,6 Prozent) und Sturm (+4,8 Prozent) gewesen. Mit 27 Prozent sei die NV weiter unangefochten Marktführer in NÖ im Sach-Privatkundengeschäft. Mit dem Kfz-Geschäft sei man weiter zufrieden, doch werde der Wettbewerb noch intensiver. Die Kasko-Quote bleibe hoch, weil Voll- und Teilkasko sehr günstig seien; bei der NV kosten sie im Schnitt knapp 500 Euro im Jahr.

Insgesamt wuchs die NV im Vorjahr um 27,7 Prozent auf 291,7 Mio. Euro. 2016 habe sich das Wachstum fortgesetzt - in Leben betrug es bis April gegen laufende Prämien ein Prozent, in Schaden/Unfall 2,5 Prozent.

In der Sparte Leben erhöhten sich die Auszahlungen an die Kunden von 36,3 Mio. auf 39,6 Mio. Euro. In Schaden/Unfall wuchsen die Schäden gegenüber dem Jahr davor um 1,5 Prozent, aber weniger stark als der Anstieg der Einnahmen. Vor allem in den Sparten Feuer, Rechtsschutz und Unfall verzeichnete man eine höhere Schadenbelastung.

Die Combined Ratio - Schäden und Kosten gemessen an den Einnahmen - seit 2015 mit knapp 80 Prozent nachhaltig niedrig gewesen. Dabei sei der Kostensatz in Schaden/Unfall unter 30 Prozent gelegen und insgesamt bei 23 Prozent. Die Schadenquote habe man bei ungefähr 52 Prozent halten können.

Kehrseite des sehr guten versicherungstechnischen Ergebnisses sei im aktuellen Niedrigzinsumfeld freilich das Finanzergebnis. Zwar seien die Kapitalanlagen in Summe um 2 Prozent auf 1,29 Mrd. Euro gewachsen, doch habe die Durchschnittsrendite nur rund 2,8 Prozent betragen. „Damit liegen wir aber im guten Branchenschnitt“, so der NV-Chef: „Die Situation ist für die gesamte Branche sehr sehr hart.“ Staatsanleihen sehr guter Bonität wie österreichische, deutsche, belgische oder niederländische könne man wegen der niedrigen, teils negativen Renditen nicht mehr kaufen. Daher konzentriere man sich stark auf Immobilien-Veranlagungen (Zinshäuser in Wien und St. Pölten) und das Bauträgergeschäft im Neubau (Darlehen und Beteiligungen).

Von einem nachgebesserten Angebot für die Heta-Gläubiger würde auch die NV profitieren. Sie hat in geringem Umfang vorrangige Heta-Papiere (Senior Bonds) mit Kärntner Landesgarantie im Portfolio, für die es außergerichtlich eine Aufbesserung auf 90 Prozent geben könnte. Ihr Volumen von 2 Mio. Euro hat die NV jedoch um 40 auf 60 Prozent abgeschrieben. Das letzte Angebot hatte die NV zwar angenommen, doch scheiterte dieses letztlich ja, weil es nicht mehrheitlich angenommen wurde. Schultes: „Ich gehe davon aus, dass wir beteiligt sind, wenn es jetzt zu einer Nachbesserung käme.“

Für 2015 will die NV ein Viertel des Nachsteuergewinns von 25 Mio. Euro als Dividende zahlen, etwas mehr als für 2014. Die Verträge von Schultes und Vorstandsdirektor Bernhard Lackner wurden vom Aufsichtsrat auf weitere fünf Jahre bis Ende 2021 verlängert.

Insgesamt zählt die Nö. Versicherung 340.000 Kunden und beschäftigt rund 600 Mitarbeiter, davon 400 im Vertrieb und 200 in der Verwaltung. Wie alle Anbieter suche man laufend neue Vertriebsmitarbeiter.

~ WEB http://www.noevers.at ~ APA068 2016-05-17/09:30