Flüchtlinge - Deutsche Kommunen beklagen hohe Kosten

Düsseldorf (APA/AFP) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund beklagt einen deutlichen Anstieg der Aufwendungen für junge Flüchtlinge. „Die K...

Düsseldorf (APA/AFP) - Der Deutsche Städte- und Gemeindebund beklagt einen deutlichen Anstieg der Aufwendungen für junge Flüchtlinge. „Die Kosten für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge explodieren“, sagte der Hauptgeschäftsführer des Verbandes, Gerd Landsberg, der „Rheinischen Post“ (Dienstagsausgabe).

Weil pro Monat pro minderjährigem Flüchtling 3.000 bis 5.000 Euro fällig würden, müssten die Kommunen für die derzeit über 65.000 jugendlichen Flüchtlinge schon schätzungsweise 2,7 Milliarden Euro zahlen.

„Es macht überhaupt keinen Sinn, dass für die jungen Flüchtlinge die gleichen Bedingungen gelten sollen wie bei der Jugendhilfe für schwer Erziehbare“, sagte Landsberg. So bräuchten sie keinen Sozialarbeiter, der sich rund um die Uhr um sie kümmere. Nötig sei „ein maßgeschneidertes Handlungskonzept für die Integration speziell der unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge“. Damit könne bei sinkenden Kosten der Kommunen den Betroffenen gezielter und besser geholfen werden.

Unterdessen monierte der Bund der Steuerzahler, dass die Kosten für die Flüchtlingsaufnahme und -integration in den Ländern und Kommunen stark voneinander abweichen würden. Es sei nicht akzeptabel, dass es keine amtlichen Zahlen gebe, sagte der Präsident des Steuerzahlerbundes, Rainer Holznagel, den Zeitungen der Funke Mediengruppe (Dienstagsausgaben). Die Steuerzahler hätten ein Recht auf Kostentransparenz. Die Flüchtlingskosten müssten „für jede Staatsebene transparent ausgewiesen werden“.

Eine bessere Datenbasis erhofft sich der Vorsitzende des Innenausschusses, Ansgar Heveling (CDU), vom neuen Ankunftsnachweis. „Wichtig ist, dass wir wissen, wer in unser Land gekommen ist“, sagte Heveling der Funke Mediengruppe. Seit Anfang des Jahres läuft das neue Registrierungsverfahren mit der Ausstellung des Ankunftsnachweises an.

Auch wenn es noch keine belastbaren Zahlen für die Nachregistrierungen gebe, liege die Zahl der Registrierungen pro Monat erkennbar über der Zahl der neu eingereisten Asylsuchenden, sagte Heveling.