Kitzbühel

Forsthaus-Deal sorgt für Aufregung

Auf dem Areal um das Forsthaus in Aschau soll sozialer Wohnbau entstehen – aber nicht für Einheimische, wie einige Gemeinderäte befürchten.
© Angerer Harald

Auf dem Areal des Forsthauses Aschau könnten schon bald Wohnungen gebaut werden. Diese Pläne sind bisher am Kirchberger Gemeinderat vorbeigegangen und sorgen nun für Kritik vor allem von ÖVP-Seite.

Von Harald Angerer

Kirchberg –Vor vollendeteten Tatsachen – die ÖVP-Fraktionen im Kirchberger Gemeinderat fühlen sich von der SPÖ mit Bürgermeister Helmut Berger und GR Alois Leiter ausgebremst. Bei der jüngsten Gemeinderatssitzung machte Gemeindevorstand Josef Schroll von der VP-Liste Dei Hoamat Tourismus – Wirtschaft – Umwelt das Forsthaus in Aschau zum Thema. Schon seit Längerem kursieren in Kirchberg Gerüchte, dass die Neue Heimat dort einen Wohnbau errichten will. „Helmut und Lois, ist es richtig, dass die Bundesforste das Forsthaus Aschau an die Neue Heimat im Baurecht vergeben haben?“, fragte Schroll.

Schon vor Monaten war im Gemeinderat von ihm die Idee vorgebracht worden, die Bundesforste zu kontaktieren und anzufragen, ob sie das Grundstück verkaufen würden. Die Fläche hätte dann für Wohnbau für Einheimische verwendet werden können. „Dabei habe ich aber erfahren, dass die Neue Heimat Tirol (NHT) schon mit den Bundesforsten verhandelt“, ärgert sich Schroll. Besonders pikant deshalb, weil der Kirchberger Gemeinderat Alois Leiter ehemaliger NHT-Geschäftsführer ist. Leiter wisse aber über den aktuellen Stand nichts, wie er in der Gemeinderatssitzung betont. Dass es aber Interesse und Verhandlungen gebe, räumte er ein, auch dass er die Idee in seiner Zeit als Geschäftsführer eingebracht habe.

Bürgermeister Berger bestätigte, dass es Gespräche gebe, aber den genauen Stand würde er nicht kennen. Darüber zeigte sich Vizebürgermeister Andreas Schipflinger von der Liste Unser Kirchberg überrascht: „Bei der Besprechung am 7. April wurde klar gesagt, dass die Neue Heimat das Projekt umsetzt.“

Die Diskussion dreht sich um eine 3300 m2 große Grundfläche im Ortsteil Aschau, darauf steht das ehemalige Forsthaus. Im Fortlauf der Diskussion kamen dann auch mehr Details ans Licht. Es sollten 20 Wohnungen entstehen. Dafür würde aber in der Aschau kein Bedarf bestehen, wie Martin Aschaber (Unser Kirchberg) betont. Er fürchtet, dass die Wohnungen dann an Nicht-Aschauer vergeben würden.

Von Seiten der Neuen Heimat und der Bundesforste werden die Verhandlungen bestätigt. „Aktuell gibt es Verhandlungen zur Vergabe eines Baurechts auf dem Areal des Forsthauses. Diese werden mit einem gemeinnützigen Wohnbauträger geführt. Geplant ist, auf der Fläche einen sozialen Wohnbau zu errichten. Die Verhandlungen sind sehr weit gediehen und stehen kurz vor dem Abschluss“, lassen die Bundesforste auf Anfrage der Tiroler Tageszeitung wissen. Es wird aber auch betont, dass das Forsthaus selbst nicht Gegenstand der Verhandlungen sei. „Es war bis zuletzt an einen Jagdpächter verpachtet, dessen Vertrag kürzlich ausgelaufen ist. Aktuell ist es ausgeschrieben. Es werden neue Pläne zur zukünftigen Verwertung/Entwicklung der Immobilie erarbeitet. Die historische Substanz soll dabei, so weit möglich, erhalten bleiben“, heißt es in der Anfragenbeantwortung weiter.

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