Die ÖBB lassen es blitzen
In Kitzbühel wurden die ersten Rotlichtkameras an Eisenbahnkreuzungen installiert.
Von Harald Angerer
Kitzbühel –Zug gegen Auto – ein Zweikampf, der selten glimpflich ausgeht. Um die Sicherheit auf Eisenbahnkreuzungen zu erhöhen, setzen die ÖBB in Tirol nun auch auf Rotlichtkameras. Die erste wird nun in Kitzbühel installiert. Sowohl an der Hahnenkammkreuzung als auch an der Hornkreuzung wird die Kamera zum Einsatz kommen. Wie bei einer Verkehrskreuzung werden „Rotsünder“ geblitzt und angezeigt. „Wir wollen hier nicht Geld verdienen, aber die Gefahr auf solchen Eisenbahnkreuzungen ist sehr groß und wird oft unterschätzt“, erklärt Christian Wieser, Regionalleiter Tirol/Vorarlberg ÖBB Infrastruktur, bei der gestrigen Präsentation vor Ort.
In Tirol gibt es noch 130 solcher Eisenbahnkreuzungen. „Am sichersten ist es natürlich, wenn wir Ersatzbauten errichten können. Aber das ist zum Teil technisch nicht möglich oder wie hier in Kitzbühel wirtschaftlich nicht vertretbar“, schildert Wieser weiter. In anderen Bundesländern würden die Kameras schon zum Einsatz kommen und einen positiven Lenkungseffekt erzielen. „Erst vor wenigen Wochen hatten wir an der Hornkreuzung einen Unfall, der nur mit Sachschaden ausgegangen ist. Es nützen die besten technischen Einrichtungen nichts, wenn sich die Autofahrer nicht daran halten“, sagt Markus Widmann, Leiter der Verkehrspolizei Tirol. Es gehe deshalb bei den Kameras nicht um das Strafen an sich, sondern um eine Verhaltensänderung. „Wir konnten feststellen, dass sich die Verkehrsteilnehmer anders verhalten, wenn ein Polizist in der Nähe ist oder es eine Kamera gibt“, betont Widmann.
Im Vorjahr ereigneten sich in Tirol drei Verkehrsunfälle auf Eisenbahnkreuzungen, dabei kam es nur zu Sachschaden. Österreichweit wurden 71 Kollisionen verzeichnet, wobei 19 Todesopfer zu beklagen waren, in 31 Fällen gab es Schwerverletzte. „Jeder Unfall auf einer Eisenbahnkreuzung ist zu viel, deshalb wollen wir Bewusstsein für die Gefahr bilden“, sagt Wieser. Ein gefahrloses Überqueren der Kreuzung ist erst gesichert, wenn das Rotlicht erloschen ist. Dass sich viele Autofahrer daran nicht halten, zeigte sich bei der Pressekonferenz. In der Zeit befuhren drei Züge die Kreuzung, jedes Mal fuhr danach ein Autolenker zu früh los.