Gewalt überschattet neuen Waffenstillstand für Berg-Karabach
Wien/Stepanakert (APA/dpa/AFP/Reuters) - Ein neuer Gewaltausbrauch hat in der Nacht auf Dienstag einen in Wien vereinbarten Waffenstillstand...
Wien/Stepanakert (APA/dpa/AFP/Reuters) - Ein neuer Gewaltausbrauch hat in der Nacht auf Dienstag einen in Wien vereinbarten Waffenstillstand für das zwischen den Kaukasus-Staaten Armenien und Aserbaidschan umstrittene Gebiet Berg-Karabach überschattet. Ein Soldat sei durch Feuer von aserbaidschanischer Seite getötet worden, erklärte der Verteidigungsminister des von armenischen Separatisten kontrollierten Gebietes.
Kurz nach Mitternacht hatten die Präsidenten Armeniens, Serzh Sarksyan, und Aserbaidschans, Ilham Aliyev, in Wien erklärt, man wolle zu einer friedlichen Lösung und einer neuerlichen Waffenruhe zurückkehren. Zuvor hatten sich beide mit Vermittlern aus Russland, der USA und Frankreich getroffen. Es war die erste Zusammenkunft der Staatsoberhäupter seit der neuerlichen Eskalation des Konflikts Anfang April.
Seither wurden mindestens 110 Soldaten und Zivilisten beider Seiten getötet. Die Enklave gehört völkerrechtlich zu Aserbaidschan, wird aber von Armeniern bewohnt. Sie haben sich für unabhängig erklärt, militärisch halten sie über Karabach hinaus auch aserbaidschanisches Gebiet besetzt.
US-Außenminister John Kerry, sein russischer Kollege Sergej Lawrow und der französische Europa-Staatssekretär Harlem Desir betonten, dass es in dem jahrzehntealten Konflikt keine militärische Lösung geben könne. Der Waffenstillstand von 1994/95 müsse eingehalten werden. In einer gemeinsamen Erklärung erklärten Sargsjan und Aliyev, sich im Juni zu neuen Gesprächen treffen zu wollen.
Vereinbart wurde auch, einen Mechanismus zu schaffen, um Zwischenfälle an der Waffenstillstandslinie rasch aufzuklären. Der Beauftragte der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) für Karabach solle mehr Personal erhalten.
(Alternative Schreibweisen - Sersch/Serge Sargsjan/Sarkissian)