Wirtschaft an Kern: Flexiblere Arbeitszeiten und weniger Bürokratie
Wien (APA) - Die heimische Wirtschaft wünscht sich auch vom neuen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) einen Abbau der Bürokratie und flexible...
Wien (APA) - Die heimische Wirtschaft wünscht sich auch vom neuen Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) einen Abbau der Bürokratie und flexiblere Arbeitszeiten, um den Standort Österreich wettbewerbsfähiger zu machen. An den langjährigen Forderungen der Industrie ändere sich mit der Regierungsumbildung nichts, sagte Siemens-Österreich-Chef Wolfgang Hesoun am Dienstag bei einer Pressekonferenz.
„Wir haben unsere konkreten Wünsche mehrfach geäußert“, so Hesoun anlässlich einer Studie des Industriewissenschaftlichen Instituts (IWI) zur Bedeutung von sogenannten Leitbetrieben, die just am Tag der Angelobung des neuen Kanzlers in Wien vorgestellt wurde. „Wir brauchen gut ausgebildete Mitarbeiter und müssen im Bildungsbereich Initiativen setzen.“ Außerdem müsse in der Umsetzung die Bürokratie abgebaut werden.
In einem weltweit agierenden Konzern wie Siemens gebe es einen „jährlichen Kampf um Investitionen“, derzeit könne man das Niveau aber gut halten.
Günter Thumser, Präsident des Waschmittelherstellers Henkel CEE, wünscht sich, dass sich auch die neue Regierung mit dem Thema Arbeitszeitflexibilisierung befasst. Österreich habe da gegenüber osteuropäischen Ländern einen deutlichen Wettbewerbsnachteil. „Die Mitarbeiter, die aus Osteuropa zu uns zur Ausbildung kommen, verstehen nicht, dass sie unbedingt fünf Minuten vor der 10. Stunde das Haus verlassen müssen.“
Infineon-Österreich-Chefin Sabine Herlitschka geht es vor allem um den Bildungs- und Forschungsbereich. „Mir ist wichtig, dass wir vermitteln, dass Lernen Freude machen kann. Wir wollen die Begeisterung für Naturwissenschaft und Technik wecken.“
Christian Fechner, Finanzchef des Boehringer Ingelheim Regional Center Vienna, hält die Forschungsprämie für einen guten Ansatz. „Darüber hinaus benötigen wir Beständigkeit in der Politik und Planbarkeit.“ Nach Steuerprüfungen könne es derzeit passieren, dass sich die Bemessungsgrundlage für die Forschungsprämie verändert und dadurch weniger ausgezahlt werde als versprochen.