Sberbank Europe 2015 mit Verlust, Einmaleffekte belasteten

Wien/Moskau (APA) - Die in Wien ansässige Sberbank Europe hat 2015 belastet durch Einmaleffekte einen Nettoverlust von 218,7 Mio. Euro ausge...

Wien/Moskau (APA) - Die in Wien ansässige Sberbank Europe hat 2015 belastet durch Einmaleffekte einen Nettoverlust von 218,7 Mio. Euro ausgewiesen, nach einem Nettogewinn von 3,4 Mio. Euro 2014. Die notleidenden Kredite seien gesenkt, die Eigenmittel- und Finanzierungsbasis verbessert worden, teilte die Bank am Dienstag mit. Im ersten Quartal sei ein positives Nettoergebnis erzielt worden.

Im Vorjahr hätten zwei Einmaleffekte negativ auf das Ergebnis ausgewirkt: Das Gesetz über Frankenkredite in Kroatien und die Beendigung der Geschäftstätigkeit in der Slowakei, so Vorstandschef Axel Hummel. Gleichzeitig würden die verstärkten Investitionen in den Aufbau der Sberbank Europe langsam Früchte tragen. Laufend reduziert werde der Bestand notleidender Kredite, man sehe erste Anzeichen eines Kreditwachstums und habe das Kredit/Einlagenverhältnis verbessert. „Operativ und ohne Einmaleffekte überstieg das Ergebnis 2015 unsere Erwartungen und wir gehen davon aus, dass sich dieser positive Trend 2016 fortsetzen wird.“ Das Geschäftsergebnis spiegle die laufenden Investitionen vor allem im Bereich IT und Operations wider.

Begonnen habe die Sberbank Europe, die ehemalige Volksbank International (VBI), im Vorjahr mit der Umsetzung ihres geänderten Geschäftsmodells. Ein wichtiger Schritte dabei sei die Vereinbarung über den Verkauf der slowakischen Tochter Sberbank Slovensko, a.s. an Penta Investments, der im ersten Halbjahr 2016 abgeschlossen werden soll, heißt es in der heutigen Mitteilung weiter. Ein anderer strategischer Meilenstein sei die Rückzahlung von Finanzierungsmitteln an den Hauptaktionär, womit die eigenfinanzierte Zukunft der Sberbank Europe weiter vorangetrieben worden sei.

Als externe Herausforderungen, die zum negativen Ergebnis 2015 beitrugen, nennt die Bank das generell niedrige Zinsniveau, die Sanktionen der EU und USA gegen Russland, sowie neue regulatorische Bestimmungen. 2015 seien 17,7 Mio. Euro an Bankensteuern und Beiträgen zum Bankenabwicklungsfonds gezahlt worden. Die Bilanzsumme zum 31. Dezember 2015 wird mit 14,35 Mrd. Euro (einschließlich nicht fortgeführter Geschäfte) ausgewiesen, ein Plus von 8,6 Prozent gegenüber dem Geschäftsjahr 2014.

Im ersten Quartal 2016 seien 370 Mio. Euro nachrangige Darlehen (Tier 2 Kapital) in hartes Kernkapital (CET1) umgewandelt worden. „Mit diesem Schritt haben wir eine solide Grundlage für unsere Geschäfts- und Verkaufstätigkeit im Jahr 2016 und darüber hinaus gelegt“, so Hummel. Nach der Umwandlung sei die harte Kernkapitalquote (CET1) der Sberbank Europe zum ersten Quartal 2016 auf 14,6 Prozent gestiegen, so die Bank.

Dank des höheren Nettozinsertrags, sinkender notleidender Kredite und strenger Kostendisziplin weise die Sberbank Europe mit Ende des ersten Quartals 2016 ein positives Nettoergebnis aus, „trotz Verbuchung der Bankensteuer sowie der Beiträge zum Einlagensicherungs- und Abwicklungsfonds für das gesamte Jahr 2016.“