Erste Liga

Alle stehen beim Wacker am Prüfstand, auch Trainer Schmidt

Die bisherige Bilanz von Wacker-Trainer Klaus Schmidt ist bescheiden und schreit nach viel mehr.
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Der FC Wacker blickt spannenden Mai-Tagen entgegen. Personal für 2016/17 wird rekrutiert, die Tätigkeit von Trainer Schmidt evaluiert.

Von Florian Madl

Innsbruck –Das jüngste Heimspiel gegen Austria Salzburg (2:2), der späte Ausgleich von Alex Hauser, ließ beim FC Wacker wieder eine lange vermisste Leidenschaft erkennen. „Das Feuer brennt“, glaubt Trainer Klaus Schmidt, der sich trotz des mageren Frühjahrs wehrt: „Ich lasse mir nicht alles schlechtreden. Über Platz drei hätte man sich zu Saisonbeginn gefreut.“ Man habe einen überragenden Herbst gehabt, in dem man teilweise über den Verhältnissen gespielt habe. Und ein Frühjahr, in dem es umgekehrt gewesen sei.

Eine Situation, die auch Präsident Josef Gunsch kritisch zur Kenntnis nimmt: „Wir haben 24 Punkte auf St. Pölten verloren. Zufrieden sind wir damit nicht.“ Klaus Schmidt sei ein „guter Typ“, die zweite Saisonhälfte müsse man dennoch analysieren. Und das gilt auch für die Arbeit des Trainers – auch wenn das „nicht oberste Priorität“ habe, hält der Milser fest.

Noch läuft der Vertrag von Schmidt bis 2017, die Verlängerung war im Dezember 2015 vorzeitig erfolgt. Vorerst stünde die morgen stattfindende Ligakonferenz zur Bundesliga 2017/18 im Vordergrund. Bekanntlich soll eine Aufstockung von erster und zweiter Leistungsstufe die finanzielle Gratwanderung der vergangenen Jahre verhindern.

Aus manchen der Kampfmannschaft des FC Wacker nahestehenden Kreisen waren zuletzt auch kritische Stimmen in der Causa Schmidt zu vernehmen. So soll es in der Kabine laut geworden sein, mancher arrivierte Spieler habe sich über Entscheidungen des Trainers offen mokiert. Nicht der einzige Kritikpunkt:

Auch das Spielsystem war Stein des Anstoßes, ein Konzept sei schwer erkennbar. Und junge Spieler hätten kaum eine Chance erhalten, sich zu beweisen. Leute wie Rami Tekir, der in das ÖFB-U19-Aufgebot einberufen wurde, konnten ihr Potenzial zu selten zeigen, während mancher Arrivierte eine Stammplatz-Garantie gehabt hätte. Die vielfach kritisierte personelle Überlegenheit des LASK lässt sich mit einem Blick auf den Wacker-Kader jedenfalls nur bedingt feststellen. Ein neuer Besen auf der Kommandobrücke wird angesichts der Talfahrt von manchen gefordert, zumal die Saison 2016/17 zur Aufstiegssaison erkoren wurde. Zuletzt machte der Name Didi Kühbauer die Runde, der seit seinem Abschied vom Wolfsberger AC in der Warteschleife steht. Dem Heißsporn wird die Arbeit mit jungen Spielern ebenso zugetraut wie der Umgang mit Etablierten.

„An der Frühjahrsbilanz hat jeder seinen Anteil“, stellt Wacker-Trainer Schmidt fest. Das gelte auch für ihn: „Ich hinterfrage mich genauso, vielleicht hätte ich bei manchen Heimspielen mehr Risiko nehmen müssen.“

Was die Vertragsgespräche anbelangt, mische er sich nur bedingt ein, das sei Sache von General Manager Alfred Hörtnagl. Ob die Wacker-Kicker am Beginn der Saisonvorbereitung (13. Juni) nach seiner Pfeife tanzen? „Natürlich.“ Und wie sieht das Präsident Josef Gunsch: „Ich wüsste nichts Gegenteiliges.“

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