HCB - Donau Chemie widerruft Ausschreibung zur Blaukalkentsorgung

Klagenfurt (APA) - Die Ausschreibung zur Räumung der stark mit Hexachlorbenzol belasteten Blaukalkdeponie in Brückl im Kärntner Görtschitzta...

Klagenfurt (APA) - Die Ausschreibung zur Räumung der stark mit Hexachlorbenzol belasteten Blaukalkdeponie in Brückl im Kärntner Görtschitztal ist am Dienstag widerrufen worden. „Das europaweite Vergabeverfahren hat trotz der Teilnahme mehrerer Bieter zu keinem akzeptablen Ergebnis geführt“, teilte die Donau Chemie in einer Aussendung mit. Die Deponie soll nun vorerst versiegelt werden.

Der Kärntner Umweltlandesrat Rolf Holub (Grüne) zeigte sich in einer Aussendung „unzufrieden“ mit dem Widerruf der Ausschreibung. „Es ist der Donau-Chemie und dem Umweltministerium nicht gelungen, die Ausschreibung erfolgreich zu gestalten und einen Anbieter zu finden, mit dem die Deponie saniert und geräumt werden kann“, so Holub. Die Deponie soll nun versiegelt werden - rund um den Blaukalk sollen Wände in den Boden eingebaut werden, auch nach oben hin wird die Deponie verschlossen. Durch das „Einpacken“ der Deponie wolle man vermeiden, dass das HCB in die Luft und ins Wasser gelangt.

„Diese Maßnahmen sind aber nur eine Sicherung auf Zeit und für mich keine endgültige Lösung“, sagt Holub. Das Ziel sei es weiterhin, die Deponie zu räumen, man strebe auf jeden Fall eine neue Ausschreibung an. Holub will sich morgen, Mittwoch, nach der Regierungssitzung mit den Verantwortlichen von Donau-Chemie und Umweltministerium zu einem Runden Tisch treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten.

Der Blaukalk aus dieser Deponie hatte eine entscheidende Rolle bei dem im Jahr 2014 bekannt gewordenen HCB-Skandal im Görtschitztal gespielt. Der mit HCB belastete Blaukalk war nur wenige Kilometer entfernt im Wietersdorfer Zementwerk verwertet worden. Von Juli 2012 bis 7. November 2014 hatte das Werk in einem genehmigten Entsorgungsprojekt Blaukalk im Produktionsprozess verwendet. Bei diesem Verwertungsprozess war es zu folgenschweren Fehlern gekommen: Man hatte den Blaukalk bei zu niedriger Temperatur eingebracht. Statt rückstandsfrei bei 850 bis 1.100 Grad wurde der Blaukalk „kühler“ verbrannt, wodurch das HCB durch den Rauchfang entwich.

Auf der Altlast-Deponie K20 in Brückl lagern noch rund 140.000 Tonnen unterschiedlich kontaminierter Blaukalk. Vergangenen Sommer hatte man acht Szenarien für die Zukunft der Deponie präsentiert - diese sahen entweder vor, den belasteten Kalkschlamm zu verbrennen oder zu deponieren. Im November erfolgte dann die europaweite Ausschreibung für die Räumung - man rechnete mit Kosten von 50 bis 70 Mio. Euro, die von der Donau Chemie und dem Umweltministerium aufgebracht werden müssten.

~ WEB http://www.donau-chemie.com ~ APA449 2016-05-17/17:10