Kokain-Rekordfund in Kolumbien: Eingeschleuster Ermittler gab Tipp

Bogota (APA/dpa) - Ein eingeschleuster Ermittler hat Kolumbiens Polizei zum Rekordfund von 9,3 Tonnen Kokain verholfen. Nach Angaben von Prä...

Bogota (APA/dpa) - Ein eingeschleuster Ermittler hat Kolumbiens Polizei zum Rekordfund von 9,3 Tonnen Kokain verholfen. Nach Angaben von Präsident Juan Manuel Santos ist der in einem Versteck auf einer Bananen-Finca entdeckte Fund der größte in der Geschichte des Landes.

Zunächst war von acht Tonnen die Rede. Das sehr reine Kokain war für den US-Markt bestimmt und soll dort nach Medienberichten einen Wert von bis zu 250 Millionen US-Dollar (221 Mio. Euro) haben. Wie die Zeitung „El Tiempo“ berichtete, war ein Agent der Anti-Drogenbehörde in das Kartell „Clan Usuga“ eingeschleust worden, er hatte auf der Finca im Departement Antioquia für drei Monate gearbeitet und Informationen übermittelt.

„Ich glaube, es ist Zeit, zuzugreifen“, soll die entscheidende Botschaft gelautet haben. Der Clan Usuga gilt als derzeit mächtigste kriminelle Organisation Kolumbiens und rekrutiert sich vor allem aus ehemaligen Kämpfern der rechtsgerichteten Paramilitärs.

Das Kokain soll dem Vizechef Roberto Vargas (alias Gavilan) gehören - der Informant habe auch Informationen gewonnen, dass es erhebliche Spannungen zwischen Gavilan und Bandenchef Dairo Usuga (alias Otoniel) gebe, eine der meistgesuchten Personen des Landes.

So vermutete Gavilan, dass der Chef versuche, ihn auffliegen zu lassen. Für die Ergreifung von Gavilan hat die kolumbianische Regierung eine Prämie von umgerechnet 146.000 Euro ausgelobt, für Otoniel sogar 879.000 Euro. Er wird in der Region Uraba in Antioquia vermutet, 1.500 Elitepolizisten sind an der Suche nach Otoniel beteiligt.