IWF: Irans Banken brauchen strukturelle Reformen
Washington (APA/dpa) - Der Iran steht auf seinem Weg zurück zu einer Wirtschaftsmacht nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds noch vo...
Washington (APA/dpa) - Der Iran steht auf seinem Weg zurück zu einer Wirtschaftsmacht nach Ansicht des Internationalen Währungsfonds noch vor erheblichen Herausforderungen. Die iranischen Banken müssten restrukturiert und von ihrer hohen Belastung mit faulen Krediten befreit werden, sagte IWF-Vizechef David Lipton am Dienstag nach einem Besuch in Teheran.
Dies würde die Zinsen sinken lassen und Liquidität für die Realwirtschaft bereitstellen. Zudem müsse der Staat wirksame Gesetze erlassen, um Geldwäsche und der Finanzierung von Terrorismus vorzubeugen.
Der Zustand der iranischen Wirtschaft ist auch nach dem Wegfall internationaler Sanktionen Gegenstand großer Sorge. Westliche Firmen kommen im Iran nicht zum Zug, weil sie nicht an Kredite kommen. Westliche Banken zögern, weil sie befürchten, die politische Entspannung könnte nur ein kurzfristiges Zwischenspiel sein. US-Außenminister John Kerry hatte kürzlich in London dazu ermuntert, Geschäfte im Iran aufzunehmen.
Die iranische Wirtschaft wächst mittelfristig nach Liptons Worten um 4,0 bis 4,5 Prozent pro Jahr. Die Inflationsrate sei von einst 43 Prozent auf acht Prozent gedrückt worden. Der Iran müsse aber noch mehr als bisher auf den privaten Sektor setzen, um Arbeitsplätze zu schaffen, besonders für Frauen und junge Menschen. „Die Herausforderungen zu meistern, wird für den Iran nicht leicht“, sagte Lipton. Es sei jedoch bereits einiges erreicht worden, die Anstrengungen müssten weiter gehen.