Bergmann zu Drozda: Lob für „Kompetenz und Leidenschaft“
Wien (APA) - Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann kennt den neuen Kulturminister Thomas Drozda bestens - war dieser doch 1998 bis 2008 kauf...
Wien (APA) - Burgtheater-Direktorin Karin Bergmann kennt den neuen Kulturminister Thomas Drozda bestens - war dieser doch 1998 bis 2008 kaufmännischer Geschäftsführer am Burgtheater. Nun hoffe sie, dass seine intime Kenntnis um die Finanzierungsnöte des Hauses „positive Synergien“ bringen könnte, sagte sie am Dienstagabend im Gespräch mit der APA.
APA: Vom Burgtheater über den Umweg der Vereinigten Bühnen an die Spitze des Kulturministeriums - das ist eine Karriere, die aus dem Burgtheater noch nicht vielen gelungen ist, oder?
Karin Bergmann: Die Burg ist eine gute Schule, denke ich, wobei Thomas Drozda ja kein unbeschriebenes Blatt ist, was die Politik betrifft. Er kam ja aus der Politik, als er ans Burgtheater kam: Er war im Büro des damaligen Bundeskanzlers Viktor Klima. Er hat mit einer aufregenden Zeit hier begonnen, unmittelbar nach der Ausgliederung. Wir hatten neun spannende Jahre hier miteinander. Ich habe Thomas Drozda als jemand kennengelernt, der sehr offen ist, der sehr analytisch ist, der auch für dieses Institut neue Arbeits- und Managementtechniken eingeführt hat. Vor allem aber habe ich ihn als jemand kennengelernt, der das Metier liebt und eine große Neugier hat. Ich bin sehr froh über ihn als Kulturminister, weil er unser Metier kennt und weiß, was erforderlich ist, um Theaterarbeit gut leisten zu können. Diese Kompetenz, die er hat, erlebt er jetzt natürlich aus einer anderen Warte. Früher hat er sich hier als um Geld kämpfender kaufmännischer Direktor um die wirtschaftliche Absicherung unserer Arbeit gekümmert, jetzt ist er der Minister, der für die Finanzierung der Kultur zuständig ist. Da erwarte ich mir natürlich positive Synergien.
APA: Sie haben bei Ihrer Spielplan-Pressekonferenz vor wenigen Tagen ein flammendes Plädoyer für den Weiterverbleib von Josef Ostermayer gehalten. Ist Drozda die beste zweitbeste Lösung?
Bergmann: Ich bin niemand, der jemanden von seiner Telefonliste streicht, nur weil er keine Macht mehr hat. Josef Ostermayer war hier ein guter Partner. Von Thomas Drozda bin ich überzeugt, dass er mit Kompetenz und Leidenschaft das Amt ausführen wird.
APA: Wird er auch die Ellbogen und die Durchsetzungsfähigkeit haben, die man in der Politik braucht? Und den nötigen guten Draht zum Finanzminister?
Bergmann: Ich glaube, man braucht nicht Ellbogen, sondern gute Argumente. Die hat er immer, und er hat sehr gute Kontakte. Ich bin optimistisch, dass er für die Kultur viel schaffen kann.
(Das Gespräch führte Wolfgang Huber-Lang/APA)