Panama Papers

Panama akzeptiert Datenaustausch gegen Steuerflucht

Panama ist ein Steuerparadies, weil es bisher den grenzüberschreitenden Automatischen Informationsaustausch (AIA) boykottiert.
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Das unterzeichnete OECD-Papier hat allerdings bis 2018 keine praktischen Auswirkungen.

Panama-Stadt – Mehr als einen Monat nach der Veröffentlichung der „Panama Papers“ hat die Regierung in Panama-Stadt ein Abkommen zum automatischen Austausch von Finanzdaten unterschrieben. Vize-Außenminister Luis Miguel Hincapie habe das Dokument im Hauptquartier der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Paris übergeben, teilte das panamaische Außenministerium am Dienstag mit.

Allerdings wird die neue Mitgliedschaft vor 2018 keine praktischen Effekte haben. Mit dem von der OECD vorangetriebenen automatischen Datenaustausch zwischen den Mitgliedsländern sollen Steuerbetrug und Steuerflucht verhindert werden. Das Thema Steuerflucht hatte durch die Veröffentlichung der „Panama Papers“ neue Aufmerksamkeit bekommen. Das internationale Recherchenetzwerk ICIJ hatte Daten über 214.000 Briefkastenfirmen veröffentlicht, die von der Firma Mossack Fonseca auf Panama verwaltet werden oder wurden.

Panamas Präsident Juan Carlos Varela hatte unter dem Druck der Enthüllungen im April eine Expertenkommission eingesetzt, die den Weg zu „mehr Transparenz des Finanz- und Rechtssektors“ aufzeigen soll. Panama ist ein Steuerparadies, weil es bisher den grenzüberschreitenden Automatischen Informationsaustausch (AIA) boykottiert.

Die OECD hatte das Verhalten Panamas scharf kritisiert. Die Regierung des mittelamerikanischen Landes wies die Vorwürfe als „unfair und diskriminierend“ zurück. (APA, AFP)