Deutscher Bundesbank-Chef: Wechselkurs kein politisches Instrument

Berlin (APA/Reuters) - Wenige Tage vor dem G-7-Finanzministertreffen in Japan hat Deutsche-Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Industriel...

Berlin (APA/Reuters) - Wenige Tage vor dem G-7-Finanzministertreffen in Japan hat Deutsche-Bundesbank-Präsident Jens Weidmann den Industrieländern davon abgeraten, mit einer expansiveren Geld- und Finanzpolitik sowie einer aktiven Wechselkurspolitik ihr Wachstum erhöhen zu wollen.

Das rückläufige Wachstum der Weltwirtschaft habe für ihn strukturelle Ursachen und liege nicht primär an einer globalen Nachfrageschwäche, sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur Reuters. „Eine expansive Geld- und Fiskalpolitik kann diesen Wachstumstrend nicht dauerhaft nach oben drücken.“ Für eine expansivere Finanzpolitik sehe er „weder eine dringende Notwendigkeit noch, dass der dafür notwendige Spielraum in vielen Ländern wirklich vorhanden wäre“.

Was die Wechselkursentwicklung angehe, so halte er für wichtig, „durch vorübergehende Einflüsse auf die Inflationsraten hindurchzuschauen und den Wechselkurs nicht zu einem aktiven Politikinstrument werden zu lassen“. Weidmann warnte: „Es muss allen klar sein, dass ein Abwertungswettlauf großen wirtschaftlich Schaden anrichtet.“ Das sei nach seiner Auffassung auch das Verständnis der G-7, der die USA, Kanada, Japan, Deutschland, Frankreich, Großbritannien und Italien angehören.

~ WEB http://www.bundesbank.de ~ APA239 2016-05-18/12:04