Frau will Offizierin werden
Erstmals bewirbt sich eine Frau für eine Führungsposition bei der Berufsfeuerwehr.
Von Thomas Hörmann
Innsbruck –Eine Frau bei der Innsbrucker Berufsfeuerwehr gibt es schon, eine „Offizierin“ noch nicht. Das könnte sich bald ändern – unter den Bewerbern für eine neu zu besetzende Offiziersstelle ist auch eine Frau. Der 33-Jährigen werden gute Chancen eingeräumt. Obwohl sie die sportlichen Limits bei der Aufnahmeprüfung nicht ganz erreicht haben soll. Soll deshalb, weil eine offizielle Bestätigung fehlt – sowohl die Führung der Berufsfeuerwehr als auch der zuständige Vizebürgermeister Christoph Kaufmann halten sich derzeit bedeckt.
Die Stelle ist deshalb frei geworden, weil ein langgedienter Offizier aus gesundheitlichen Gründen seinen Job bei der Berufsfeuerwehr vorerst aufgeben musste. Wie viele Personen sich für seine Nachfolge beworben haben, ist unklar. „Derzeit läuft das Auswahlverfahren. Daher keine Stellungnahme“, hält sich der für die Innsbrucker Berufsfeuerwehr zuständige Vizebürgermeister bedeckt. Nicht einmal die Anzahl der Bewerber will Kaufmann preisgeben. Dennoch ist durchgesickert, dass die Kandidatenliste zwei interessante Namen enthält. Einen weiblichen und den eines früheren Feuerwehr-Bezirkskommandanten. Allerdings mit einem anderen Vornamen, beim Bewerber handelt es sich um den Sohn des einstigen Funktionärs. Der Junior hat bei der Freiwilligen Feuerwehr Arzl Erfahrungen gesammelt.
Zurück zur 33-Jährigen: Auch die Innsbruckerin ist kein Neuling im Brandgeschäft. Tatsächlich ist die Offizierskandidatin seit 16 Jahren Mitglied bei der Freiwilligen Feuerwehr Wilten. Und dort ein durchaus prominentes Mitglied, zumindest in Feuerwehr-Kreisen – die 33-Jährige war die erste Frau bei den Innsbrucker Freiwilligen.
Dass die einstige Pionierin bei der Sportaufnahmeprüfung für die Berufsfeuerwehr angeblich nicht ganz mit ihren männlichen Konkurrenten mithalten konnte, dürfte ihre Chancen nicht schmälern. Immerhin hat auch die Unterländerin, die 2014 als erste Frau Mitglied der Innsbrucker Berufsfeuer wurde, die geforderten Limits nicht ganz erfüllen können.
Unklar ist derzeit auch, ob ein oder zwei Offiziersanwärter aufgenommen werden. Fest steht nur, dass sich mehrere Mitarbeiter der Berufsfeuerwehr eine Aufstockung des Offizierskorps wünschen. Zumal jetzt ohnehin eine Durststrecke droht – bis der oder die neuen Führungskräfte einsatzfähig sind, werden noch eineinhalb Jahre vergehen. So lange dauert die Offiziersausbildung.