S-Chef für Unternehmenspaket gegen Rekordarbeitslosigkeit

Wien (APA) S-Vorstand Johannes Kopf spricht sich angesichts der Rekordarbeitslosigkeit für ein Unternehmenspaket aus, um einen Stimmungsumsc...

Wien (APA) S-Vorstand Johannes Kopf spricht sich angesichts der Rekordarbeitslosigkeit für ein Unternehmenspaket aus, um einen Stimmungsumschwung in der heimischen Wirtschaft zu schaffen. „Österreich ist in einer sehr schwierigen Situation“, sagte Kopf der „Kleinen Zeitung“ (Mittwoch-Ausgabe). Eine Lohnnebenkostensenkung wäre „viel eleganter“ als die Schaffung eines Niedriglohnsektors wie in Deutschland.

„Niedrigere Arbeitskosten und weniger Bürokratie für Betriebe sind sofort beschäftigungswirksam. Enorme Signalwirkung hat auch das Bildungsthema“, betonte Kopf. Wer eine neue Werkshalle baue, müsse vertrauen können, künftig gute Mitarbeiter und Lehrlinge zu bekommen.

„Wir brauchen rasch ein Klima, das Investitionen im großen Stil freisetzt. Die Unternehmen haben Geld“, sagte der S-Chef der Zeitung. „Wenn mir ein Unternehmer erzählt, dass ihn ein einzelner Arbeitsinspektor so sekkiert hat, dass er nicht mehr in Österreich investieren will, dann ist das dramatisch, auch wenn es nicht rational ist.“ Es gehe um Vertrauen und es brauche „sehr klare Signale, um die schlechte Stimmung zu drehen“. „Wir brauchen einen großen Ruck. Ziel muss sein, mehr Wachstum zu haben als Deutschland“.

„Mit einem Unternehmenspaket und gemeinsamer ordentlicher PR“ ist für Kopf „sehr schnell“ ein Stimmungsumschwung in der heimischen Wirtschaft möglich.

Im April ist der Anstieg der Arbeitslosigkeit für den AMS-Vorstand überraschend „weniger stark ausgefallen“ als erwartet. „Möglicherweise wächst die Wirtschaft stärker, als die Wirtschaftsforscher prognostizieren. Aber ich will im Moment auf keinen Fall Optimismus wecken.“ Auch für die zweite Jahreshälfte 2016 sowie für 2017 und 2018 erwartet Kopf keine sonderliche Entspannung am österreichischen Arbeitsmarkt. „Nach unseren Prognosen wird das Arbeitskräfteangebot vor allem durch Zuzug aus EU-Ländern weiter stärker wachsen als das Jobangebot“, so der AMS-Chef. Bei anerkannten Flüchtlingen würden heuer wohl weniger als die 30.000 erwarteten Neuzugänge auf den Arbeitsmarkt kommen, weil die Verfahren offenbar doch länger dauern würden. Ende April waren 23.500 anerkannte Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigte beim Arbeitsmarktservice gemeldet.

~ WEB http://www.ams.at ~ APA273 2016-05-18/12:44