Originalklang am Originalschauplatz: „Resound Beethoven“ geht weiter
Wien (APA) - Die Initiative „Resound Beethoven“ geht 2016/17 in die dritte Saison. „Wir wollten zum Bewusstsein für den Originalklang das Be...
Wien (APA) - Die Initiative „Resound Beethoven“ geht 2016/17 in die dritte Saison. „Wir wollten zum Bewusstsein für den Originalklang das Bewusstsein für den Raum hinzugewinnen“, schilderte Dirigent Martin Haselböck heute bei einem Pressegespräch die Absicht des Vorhabens, das sich überaus erfolgreich entwickelt hat. Neben einer neuen CD gibt es auch eine kleine Ausstellung über das musikhistorische Projekt.
„Es war nicht immer ganz leicht, aber es hat doch einen Nerv getroffen“, freute sich Haselböck, der mit seinem 1985 gegründeten Originalklang-Orchester Wiener Akademie auch eng mit der Musikwissenschaft zusammenarbeitet. Im Mittelpunkt der Mini-Präsentation im Innenhof des Hauses der Musik steht neben einer historischen Wien-Karte, auf der Schauplätze der Ur- und Erstaufführungen von Beethovens großen Orchesterwerken in Wien eingezeichnet sind, der Nachbau eines „automatischen Trompeters“, der am 8. Dezember 1813 die Attraktion eines Konzerts in der damaligen Aula der Universität Wien, der heutigen Akademie der Wissenschaften, war.
Der Nachbau durch Jakob Scheid, der im Vorjahr seinen Erstauftritt bei einem Konzert anlässlich des 650-Jahr-Jubiläums der Uni Wien gefeiert hatte, ist im Rahmen der Ausstellung nicht nur zu bewundern, sondern auch in Aktion zu erleben. Auf die einst vorgenommene Uniformierung des Trompetenautomaten wurde verzichtet, um den Mechanismus des von Johann Nepomuk Mälzel gebauten „Musikandroiden“ sichtbar zu machen.
Die dritte CD-Aufnahme der „Resound Beethoven“-Reihe, bei der die Musik zu Goethes Trauerspiel „Egmont“ mit von Herbert Föttinger bzw. John Malkovich auf Deutsch und Englisch gelesenen Texten verbunden wurde (die slowenische Sopranistin Bernarda Bobro singt das Klärchen), kommt am Freitag in den Handel (Vertrieb: NOTE1/Lotus Records).
Die dritte Saison der „Resound“-Reihe startet am 24. und 25. September in der Österreichischen Akademie der Wissenschaften. 2016/17 werden die Klavierkonzerte Beethovens in den Fokus gerückt und den Symphonien Franz Schuberts gegenüber gestellt. Die weiteren Schauplätze sind der Jesuitensaal der Aula der Wissenschaften (19. November) und der Landtagssaal im Palais Niederösterreich (18./19. Februar sowie 13./14. Mai 2017). Solisten sind Ronald Brautigam, Gottlieb Wallisch und Melvyn Tan am Hammerflügel sowie Sopranistin Lisa Larsson. Den Konzerten werden jeweils musikwissenschaftliche Vorträge vorangestellt.
Und auch nach 2017 soll noch lange nicht Schluss sein mit dem Versuch, die Suche nach Authentizität mit neuen Hörerlebnissen zu verbinden. „Die Reihe geht weiter“, versprach Haselböck. „Wir können noch einiges machen.“
(S E R V I C E - „Resound Beethoven“, http://resound.wienerakademie.at; www.wienerakademie.at; www.outhere-music.com)