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Preise in EU sanken, in Österreich nicht

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Die Geldflut der Notenbank zeigt immer noch keine Wirkung. EU-weit fielen die Preise, in Österreich legte die Inflation nur leicht zu. Mieten wurden teurer.

Innsbruck –Die Inflation in Österreich ist im April auf 0,5 % gesunken und damit auf den niedrigsten Stand seit Oktober 2009. Laut EU-Berechnung lag die Teuerung in Österreich auch nur bei 0,6 %. Trotzdem reichte diese Mini-Inflation, um die fünfthöchste Teuerung aller EU-Länder zu verzeichnen. Denn EU-weit sind die Preise im April sogar gefallen, nämlich um 0,2 % im Vergleich zum April 2015. Das zeigt auch: Die Geldflut der Europäischen Zentralbank, die sie mit der niedrigen Inflation begründet, hat offensichtlich immer noch keine Wirkung gezeigt.

Die höchsten jährlichen Teuerungsraten gab es in Belgien (1,5 %), Schweden (1,0 %) sowie Malta und Litauen (je 0,8 %). Dahinter folgt gleich Österreich, wo trotz des massiven Spritpreis-Einbruchs (im Jahresvergleich) die Preise im Schnitt um ein halbes Prozent zulegten. Denn gleichzeitig wurde ein großer Brocken im Haushaltsbudget vieler Menschen deutlich teurer: Wohnungsmieten zogen im Jahresvergleich spürbar um 2,7 % an, ähnlich die Betriebskosten für Mietwohnungen (+2,1 %).

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Die Arbeiterkammer (AK) nahm dies gestern zum Anlass, um einmal mehr auf eine Reformierung des Mietrechts zu bestehen. „Wohnen ist kaum noch leistbar, vor allem für Junge“, kritisierte AK-Präsident Rudolf Kaske. Es sei „höchst an der Zeit für ein einfaches Mietrecht mit wirksamen Mietpreis-Obergrenzen, das Wohnen tatsächlich billiger macht“, so Kaske, der nun Justizminister Wolfgang Brandstetter (ÖVP) am Zug sieht. Im Zuge der nächsten Mietrechtsreform fordert die AK klare Regeln, um die Mieten zu begrenzen, die Abschaffung von Befristungen (außer bei Eigenbedarf des Vermieters), niedrigere Betriebskosten durch Streichen der Grundsteuer und der Versicherungen aus dem Betriebskostenkatalog, eine Überwälzung der Maklerprovision von den Mietern auf die Vermieter. Weiters müsse bei den gestarteten Finanzausgleichsverhandlungen zwischen Bund und Ländern die Zweckbindung der Wohnbaufördergelder und ihrer Rückflüsse wieder festgeschrieben werden, um den soziale Wohnbau wieder anzukurbeln, meint die AK.

Preistreiber in Österreich waren zuletzt Pauschalreisen (+6,4 %), Hotelzimmer (+6,3 %), Obst (+5,7 %) und Gemüse (+3 %). Überdurchschnittlich legten auch die Preise für Gesundheitspflege (+2,7 %) und Versicherungsdienstleistungen (+1,8 %) zu. Der tägliche Einkauf, der vor allem Nahrungsmittel umfasst, kostete um 1,4 % mehr als vor einem Jahr. Der wöchentliche Einkauf hingegen, zu dem neben Lebensmitteln auch Dienstleistungen und Treibstoffe zählen, wurde um 1,8 % billiger. (mas, APA)