Verkehr

Osttiroler Radverkehr boomt mit verschränktem Angebot

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Gut 116.000 Pedalritter nutzten 2015 den Radwegabschnitt von Innichen bis Lienz. Die konzertierte Rad-Bahn-Kombination ist Säule der Erfolgsstory.

Von Claudia Funder

Lienz –„Osttirol ist ein Vorzeigebeispiel, was die Kombination von Rad und Zug betrifft – und das nicht nur tirol-, sondern österreichweit“, erklärte LHStv. Ingrid Felipe gestern bei ihrem Lienz-Besuch.

Die Zahlen beeindrucken tatsächlich. Allein am Abschnitt des Drauradweges von Innichen nach Lienz rollten im Vorjahr 116.367 Fahrräder – so viele wie nie zuvor. Auf dieser Strecke wurden im Jahr 2015 sage und schreibe knapp fünf Millionen Radkilometer abgespult.

So exakt kennt man die Daten deshalb, weil es zwei Messstellen in Lienz gibt: eine nahe der Landwirtschaftlichen Lehranstalt und eine bei der Brücke Falkensteinerweg. Die Jahresauswertung erfolgt im Stadtmarketing Lienz.

Ein unverzichtbarer Partner für dieses touristische und umweltfreundliche Angebot sind die ÖBB – auch weil viele Bahnkunden ihre Leihräder in Lienz abgeben. Der angebotene Stundentakt mit modernen niederflurigen Nahverkehrszügen bietet täglich 14 Zugverbindungen je Richtung. Die ÖBB verdichten während der Sommermonate – sprich: in der Hauptsaison für Radler – ihr Angebot flexibel um bis zu vier Züge je Richtung. Und im frequenzstarken August kommen einmal mehr die bewährten Doppelstockwaggons zum Einsatz. Allein in besagtem Monat seien im Vorjahr 51.536 Fahrräder gezählt worden, gab die Lienzer Umweltgemeinderätin Gerlinde Kieberl bekannt.

Die Rad-Bahn-Mobilität ist optimal abgestimmt. „Die ÖBB sind das Rückgrat des Drauradweges“, bringt es Oskar Januschke, Leiter des Stadtmarketings Lienz, auf den Punkt und betont: „Zusätzlich zur sehr erfolgreichen Fahrgastentwicklung freut uns insbesondere die hohe Kundenzufriedenheit.“ Die gute Zusammenarbeit der Rad- und Bahnlogistik in Osttirol bilde die Basis dafür.

Nicht nur der Osttiroler Fahrradverkehr blüht, auch die Zahlen des Nahverkehrs machten einen beachtlichen Sprung nach oben. „Innerhalb eines Jahres konnte er um 35 Prozent zulegen“, freut sich Regionalmanager Alexander Jug von der ÖBB-Personenverkehr-AG. „Wir haben Kapazität, noch ein zusätzliches Plus an Fahrradkunden aufzunehmen“, stellt er klar.

Da Stillstand bekanntlich Rückschritt bedeutet, gibt man sich nicht zufrieden, sondern feilt stets an neuen Optimierungen des Erfolgsangebots. Heuer werden die Radfahrer von mehrsprachigen Promotoren empfangen, die Infos anbieten – ein Service, das auf ein weiteres Qualitätsplus abzielt. Zudem wird der Komfort für Radler erhöht: Ab Juni sind Zugtickets bereits beim Radverleih in Innichen erwerbbar. Wer bisher für den Kartenkauf in Lienz in der Warteschlange stand, wird das Novum zu schätzen wissen.

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Catharina Oblasser

Catharina Oblasser

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