IStGH fordert mindestens 25 Jahre Haft für Kongos Ex-Vizepräsidenten
Den Haag (APA/AFP) - Im Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren kongolesischen Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba hat die Anklage des Inte...
Den Haag (APA/AFP) - Im Kriegsverbrecherprozess gegen den früheren kongolesischen Vizepräsidenten Jean-Pierre Bemba hat die Anklage des Internationalen Strafgerichtshofs (IStGH) mindestens 25 Jahre Haft gefordert. Darunter dürfe die Strafe nicht liegen, forderte Chefanklägerin Fatou Bensouda am Mittwoch nach einer dreitägigen Anhörung in Den Haag.
Eine Verurteilung zu mindestens 25 Jahren Gefängnis entspreche der „Schwere der Verbrechen“, die Bemba begangen habe, sowie dem „Grad der Schuld“.
Bemba war bereits im März wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit schuldig gesprochen worden. Soldaten der von ihm befehligten Miliz Bewegung für die Befreiung Kongos (MLC) sollen in den Jahren 2002 und 2003 in der benachbarten Zentralafrikanischen Republik zahlreiche Männer, Frauen und Kinder gefoltert und getötet haben. Etwa 400 Menschen sollen vergewaltigt worden sein.
Bembas Verteidigung forderte, dass eine mögliche Strafe gegen ihn 14 Jahre nicht überschreiten dürfe. Ein weiterer Vertreter der Anklage, Jean-Jacques Badibanga, wies dies jedoch mit Verweis auf die „besonders verletzlichen Opfer“ und die „besondere Grausamkeit“, mit der die Verbrechen begangen worden seien, zurück. Es gebe keine mildernden Umstände und Bemba sei sich der Schwere der Verbrechen stets bewusst gewesen.
Bemba selbst verfolgte das Plädoyer am Mittwoch mit ausdrucksloser Miene. Das Strafmaß gegen ihn soll zu einem späteren Zeitpunkt verkündet werden. Der heute 53-Jährige war im Mai 2008 festgenommen worden. Der Prozess gegen ihn vor dem Haager Gericht begann im November 2010.
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