Heilwasser steht das Wasser bis zum Hals
Gesprächig, nein, gesprächig ist der Geschäftsführer der Deferegger Heil- und Thermalwasser GmbH Bruno Gasser nicht. Eher empört, wenn die f...
Gesprächig, nein, gesprächig ist der Geschäftsführer der Deferegger Heil- und Thermalwasser GmbH Bruno Gasser nicht. Eher empört, wenn die finanzielle Situation der zu knapp 50 Prozent in öffentlicher Hand stehenden Gesellschaft zur Sprache kommt. Land Tirol, die Wasser Tirol sowie die drei Deferegger Gemeinden St. Jakob, Hopfgarten und St. Veit halten Beteiligungen. Rund zwei Millionen Euro wurden einst im Osttiroler Defereggental verbohrt, das Land hat knapp 900.000 Euro davon finanziert. Doch so richtig sprudelt es nicht. Für eine große Therme ist die Wassermenge zu gering, deshalb wird sie jetzt für Heilbäder, als Creme, Shampoo, Lotion oder als Inhalationslösung vermarktet.
Die vorliegende Bilanz für 2015 sieht ebenfalls düster aus. Obwohl Gasser einen Bilanzverlust von rund 800.000 Euro verneint, steht einer von 822.160 Euro druckfrisch im Firmenbuch. Der Verlustvortrag betrug 719.000 Euro, das Minus im vorjährigen Geschäftsjahr 102.000 Euro. 2014 waren es 138.000 Euro. An Verbindlichkeiten haben sich rund 605.000 Euro angehäuft. Ob die Gemeinden heuer 45.000 Euro zugeschossen haben, wollte Gasser nicht beantworten, vielmehr machte es „tut, tut, tut“ in der Telefonleitung. Die Nervosität ist offenbar groß, hinter den Kulissen wird bis Juni dringend ein Investor gesucht. Das war das Einzige, was Gasser weder bestätigt noch dementiert hat. Wie lange das Land allerdings im Defereggental noch zuschaut, bleibt abzuwarten. Der Steuerzahler hat schließlich bereits massiv geblutet.
---
Ein neuer Bundeskanzler Christian Kern (SP) bedeutet für Wirtschaftskammerpräsident Jürgen Bodenseer (VP) ein neues Spiel. „Es ist sicherlich die allerletzte Chance für die große Koalition, die Bürger zu überzeugen. Funktionieren kann das nur, wenn die halbneue Regierung endlich versteht, wer im Land für Wohlstand sorgt.“ Bodenseer fordert ein rasches Ende der Stillstandpolitik und die Schaffung leistungsfreundlicher Bedingungen.
---
Ganz andere Sorgen hat ÖVP-Wirtschaftsbundobmann Franz Hörl. Für ihn ist es „enttäuschend und eine vergebene Chance“, wenn Tiroler Politikerinnen und Politiker wie die Lienzer Bürgermeisterin Elisabeth Blanik die Möglichkeit auf einen Ministerposten in Wien nicht ergreifen. (pn)