Zürcher Börse schließt mit deutlichen Kursgewinnen
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch mit deutlichen Kursgewinnen geschlossen. Nach schwachem Start kämpfte sich ...
Zürich (APA/dpa-AFX) - Der Schweizer Aktienmarkt hat am Mittwoch mit deutlichen Kursgewinnen geschlossen. Nach schwachem Start kämpfte sich der Markt insbesondere mit einer festeren Wall Street deutlich ins Plus. Für die zwischenzeitlichen Abgaben wurde vor allem ein für Aktien negativer Strategiekommentar der US-Investmentbank Goldman Sachs verantwortlich gemacht.
Trotz der Gewinne am Berichtstag herrsche unter den Investoren weiter eine gewisse Unsicherheit und Unentschlossenheit, so ein Händler. Die Märkte seien weitgehend von Richtungslosigkeit geprägt, die Konjunkturdaten wiesen keine klaren Trends auf und die Unternehmensgewinne seien mäßig, wenn auch nicht schwächer als erwartet. Aber auch der Informationsfluss zur Kursrichtung der Notenbankpolitik sei uneinheitlich. „Ein beherrschendes Thema am Markt bleibt denn auch die Kombination aus konjunktureller Verfassung und der Geldpolitik in den USA“, so der Händler.
Der Swiss Market Index (SMI) legte 0,85 Prozent zu auf 7.973,93 Punkte und schloss damit auf Tageshoch. Der 30 Titel umfassende Swiss Leader Index (SLI), in dem die größten Titel nicht mit der ganzen Gewichtung enthalten sind, kletterte um 0,75 Prozent auf 1.217,76 Punkte und der breite Swiss Performance Index (SPI) um 0,71 Prozent auf 8.623,71 Punkte.
Den größten Anteil am Plus des SMI hatten die Titel des Indexschwergewichtes Novartis (plus 1,5 Prozent). Der Basler Pharmakonzern präsentierte positive Daten aus dem Bereich der Brustkrebstherapie, die im Markt gut aufgenommen wurden. Eine Studie dazu kann wegen des guten Erfolgs gar vorzeitig beendet werden. Am Vorabend hatte das Unternehmen zudem einen Umbau der Pharma-Sparte bekanntgegeben, welcher den Abgang des Chefs der Sparte zur Folge hat. Auch dies dürfte in der Tendenz zum Kursanstieg beigetragen haben, hieß es.
Etwas weniger gut hielten sich die anderen schwergewichtigen Titel, wobei Roche (plus 0,6 Prozent) etwas besser abschnitten als Nestlé (plus 0,2 Prozent). Nestlé wird - wie auch Novartis - nächste Woche ein mit Spannung erwartetes Investoren-Seminar abhalten.
Besonders stark waren zum Schluss die Titel der Großbanken, die im bisherigen Jahresverlauf bekanntlich zu den schwächsten gehören. CS war mit einem Plus von 2,7 Prozent zum Schluss gar Tagessieger unter den 30 Blue Chips, während UBS mit plus 1,8 Prozent Nummer drei in der Rangliste waren. Dazwischen platzierte sich mit LafargeHolcim (plus 2,4 Prozent) ein weiterer Titel mit Aufholpotenzial.
Mit an der Spitze waren zudem Swatch (plus 1,8 Prozent) und Richemont (plus 1,3 Prozent). Für die Käufe seien vor allem institutionelle Einkäufer und Eindeckungen verantwortlich gewesen, hieß es im Handel. Die Titel seien reif für eine Erholung; dies auch, nachdem beim Mitbewerber Burberry das Jahresergebnis besser als erwartet ausgefallen sei. Richemont könnte am Freitag mit dem Ergebnis für das versetzte Geschäftsjahr 2015/16 weitere Impulse für den Sektor liefern.
Das negative Highlight bei den Blue Chips bildeten inzwischen Sonova mit einem Minus von 6,4 Prozent. Der am Morgen publizierte Jahresabschluss 2015/16 fiel unter den Erwartungen aus. Sämtliche Kennzahlen für das Geschäftsjahr blieben unter den Schätzungen von Experten, wobei der Hörgeräte-Hersteller von einem schwächeren US-Veteranen-Markt, Marktanteilsverlusten und Gegenwind in Deutschland sprach. Besonders schlecht wurde allerdings der Ausblick für das laufende Geschäftsjahr aufgenommen, wie es bei Analysten hieß.
~ ISIN CH0009980894 ~ APA522 2016-05-18/18:23